Wer heute wohl diesen Stadtbummel liest? Verfasst erst noch von einem Wagmann? Sicher nicht die Leserinnen. Die streiken. Und nur über für Männer zu schreiben, das ist so was von langweilig. Die hatten ja schon immer die Schlagzeilen. Auch in Solothurn.

Die von gestern. Das ist er, Mann für Mann, der Geschichte(n) schreibt: Urs und Viktor, Hans Roth, Benedikt Hugi, Niklaus Wengi, Jo-hann Viktor Besenval, Casanova – wenigstens er von Ludovica von Roll regelrecht «versecklet» – Tadeusz Kościuszko (mit mehreren Denkmälern und einem Museum geehrt), Cuno Amiet, Willy Ritschard, vielleicht auch schon Peter Bichsel, etzettera, etzettera …

Noch heute ständig vor aller Augen: die damals verehrten «Helden» des 19. Jahrhunderts. Baron de Breteuil, Verleger Franz Gassmann, Oberförster Georg Scherer, Bankier Franz Brunner, der Schriftsteller Alfred Hartmann, Franz Joseph Hugi, Franz Vinzenz Lang, Amanz Gressly und Robert Glutz-Blotzheim, alles Wissenschaftler. Wer kennt ihre Namen? Zuletzt erhielt noch Heimatschützer Paul L. Feser – auch er ein «Er» – seine verdiente Erinnerungstafel in den Felswänden über dem Bach. Und so ist das Einzige, was dort hinten in der Schlucht an eine Frau erinnert, die eilige Verena. Sie ging laut der Saga bachab. Auf einem Mühlstein. Nahm Reissaus. Ebenfalls ein «Er» war der Auslöser: der Teufel.
Morgen ist alles wieder alles ganz anders. Drum kommen wir heute zur Sache. Ganz neutral, eben sächlich. Das Alte Spital, das Alte Zeughaus, das Natur- und das Kunstmuseum, das Kollegium-Schulhaus, das Kino Capitol, Canva, Palace usw., das Gott sei dank verschwundene Schlachthaus, das Lapidarium, das Bipperlisi (bald mit separaten Spuren für Männer und Frauen?) und dann noch das finale Erlebnis für Weiblein wie Männlein: das Krematorium. Für das es als Alternative nur das Grab gibt.

Fertig lustig für heute. Sie streikt schon zu lange. Sie wird nicht warm. Weil er ihr nicht einheizen will. Die Aare verharrt seit Wochen bei 15 Grädli. Weil ihr der Sommer nicht unter die Wellen greift. Wie wärs endlich mit ein bisschen Zusammenarbeit?
Danke fürs Lesen, liebe Leserinnen!