Märetfescht
Was bedeutet die Absage des Solothurner Märetfeschts für die Vereinskassen?

Die Absage des Märetfeschts hat für viele Vereine zur Folge, dass eine Einnahmequelle fehlt. Doch nicht nur finanziell werden sie etwas vermissen.

Judith Frei
Drucken
Konzert von Simon Fankhauser und Pumpelpitz am Märetfescht 2019.

Konzert von Simon Fankhauser und Pumpelpitz am Märetfescht 2019.

Michel Lüthi

«Jeder Franken ist für unseren Verein wichtig», sagt Gaudenz Oetterli, Co-Präsident des TV Solothurn Handball. Auch dieses Jahr wäre sein Verein wieder am Märetfescht dabei gewesen. Die Handballerinnen und Handballer arbeiteten an diesem Volksfest stets für die Öufi-Bier-Brauerei.

Jetzt findet das Märetfescht aber nicht statt, der erwünschte Batzen wird in der Vereinskasse fehlen. Oetterli sagt:

«Es war nie ein riesiger Betrag, den wir am Märetfescht eingenommen haben, trotzdem fehlt das Geld natürlich.»

Der Verein kommt dadurch nicht in eine finanzielle Schieflage.

Auch der FC Subingen wäre dieses Jahr wieder dabei gewesen. Seit einigen Jahren betreibt der Verein die «Brunnenbar» am Klosterplatz. Die Absage habe enttäuscht, meint Vereinspräsident Daniel Wiedmann. Doch seien die finanziellen Auswirkungen gering. «In der Coronazeit haben wir vorsichtiger budgetiert», führt er aus.

Das Fest sei natürlich auch immer mit Aufwand und Ausgaben verbunden gewesen. Doch bei ihnen habe der Ertrag immer überwogen: «Wir hatten beim Klosterplatz einen Top-Platz. Die Bar war ein Besuchermagnet», sagt Wiedmann. So hätten sie auch die Standgebühren leicht stemmen können.

Nicht nur für die Sportvereine war der Anlass eine Einkommensquelle. Die Narrenzunft Honolulu meinte schon direkt nach der Absage, dass finanzielle Engpässe entstünden, die sie nun kompensieren müssten. Auch Christian Schmuckle, Co-Präsident der Konfettistampfer, hofft, dass die fehlenden Einnahmen irgendwie ausgeglichen werden können.

Aber nicht nur wegen der finanziellen Auswirkungen ist Schmuckle traurig, dass auch dieses Jahr das Märetfescht nicht stattfindet. «Das Märetfescht ist für unseren Verein ein wichtiger Anlass», erklärt er. Am Samstag mache man jeweils die Aufnahmeprüfung der Novizen und lade die Gönner zu einem Apéro ein. Schmuckle sagt:

«Das Fest war immer ein Anziehungspunkt. Wir hatten auch immer viel Spass hinter der Bar.»

Wie es sich genau auf die Vereinsfinanzen auswirken wird, kann er noch nicht abschätzen. So oder so hofft er, dass nächstes Jahr der Anlass wieder zurückkommen wird.