Umbauten aller Art prägen die Zukunft der Zentralbibliothek Solothurn: Gesamtsanierung, Wechsel der Direktion, ein neues elektronisches Buchungssystem und: steter Ausbau digital verfügbarer Inhalte. Auch in einer öffentlich getragenen und mit öffentlichem Auftrag betrauten Institution gilt die Grundregel fürs Überleben in einer digitalen Welt: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.

Eine Regel, die die Zenti mit spürbarer Innovation beherzigt. Längst wird nicht mehr nur ein Buch oder eine CD ausgeliehen. Auch digitale Medien wie E-Books und Musikstreamings gehören zur Nachfrage wie zum Angebot. Mit besagtem elektronischem Buchungssystem trägt man zudem den Ansprüchen nach mehr Effizienz Rechnung – hoffentlich nicht auf Kosten des Stellenetats.

Nicht ganz in das Bild des Zenti-Aufbruchs passt die Tatsache, dass der Rotstift bei den Öffnungszeiten angesetzt wird. Richtig war zwar die Erkenntnis, dass das Zeitfenster am Donnerstagabend die personellen Mühen nicht wert gewesen ist. Passanten in Einkaufsstimmung lassen sich nicht einfach so in Leselaune versetzen. Hinterfragt werden muss aber, dass die Zenti fortan am Montag ganz geschlossen bleibt. Eine Bibliothek mit regionaler Abdeckung lebt nicht nur von der Vielfalt angebotener Medien, sondern auch von ausgedehnten Tagesöffnungszeiten. Auch in einer Zeit, in der alles rund um die Uhr online verfügbar ist. Das Gesetz von Angebot und Nachfrage gilt auch bei Öffnungszeiten einer (physischen) Bibliothek. Wer hier den Rotstift ansetzt, läuft Gefahr, in eine Abwärtsspirale hineinzuschlittern.

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