Reiches Programm

Kulturwoche der Stadt Solothurn an der Bundesgartenschau in Heilbronn

An der HESO 2018 war Heilbronn mit einem Stand präsdent und warb für die Gartenschau. (Archiv)

An der HESO 2018 war Heilbronn mit einem Stand präsdent und warb für die Gartenschau. (Archiv)

Vom 9. bis zum 14. August ist Solothurn zu Gast an der Bundesgartenschau (BUGA) in Heilbronn. Die Stadt Solothurn nutzt die Chance, den Gästen der Gartenausstellung die Vielfalt ihrer Kultur während einer Woche zu präsentieren.

Seit 1951 bringt die Bundesgartenschau Leben an Orte, von denen es durch die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg, städteplanerische Fehlentwicklungen oder industrielle Nutzung vertrieben worden war. Auch in Heilbronn bleibt sich die BUGA treu: Als traditionelle Gartenausstellung mit klassischen Gartenthemen und grossem gärtnerischem Können belebt sie ein fast 40 Hektar umfassendes Brachland zwischen Alt-Neckar und Neckarkanal auf bewährte Weise neu.

Doch bisher einmalig seit ihrer Premiere präsentiert die BUGA die Früchte, die sie trägt, schon während des Geschehens: Die Stadtausstellung gibt den Besucherinnen und Besuchern einen Vorgeschmack auf das neue Heilbronner Stadtquartier Neckarbogen. Bis zu 800 Menschen haben schon vor Beginn der BUGA das Ensemble von 23 zukunftsweisenden Gebäuden bezogen. Über viermal so viele sollen es bis 2040 werden.

Zu Besuch in der Partnerstadt

Seit 1981 besteht die Städtepartnerschaft zwischen Solothurn und Heilbronn, auch wenn die Beziehungen viel weiter zurück reichen. Wieso aber sind ausgerechnet Heilbronn und Solothurn liiert? Was verbindet die Stadt am Neckar, ein wenig nördlich von Stuttgart, mit dem rund fünf Autostunden entfernten Solothurn? Als Ursprung gilt die «Schweizerhilfe», die der Kanton Solothurn und das Berner Seeland in der Zwischenkriegszeit in Heilbronn eingerichtet haben: Sie half, die Not zu lindern, verteilte Kleider und Schuhe. Die «Schweizer Küche» soll in Heilbronn allein von Februar bis Mai 1924 rund 70‘000 Liter Suppe an Bedürftige ausgegeben haben.

«Denn keiner trägt das Leben allein – 6‘500 Lichter für Heilbronn»

Solothurn nutzt die Möglichkeit, sich mit einem einwöchigen Kulturprogramm den Besucherinnen und Besuchern der BUGA vorzustellen. Wie aus einer Medienmitteilung der Einwohnergemeinde hervorgeht, bildet der Partnerschaftsabend am Freitag, 9. August 2019 den Auftakt. Dabei werden verschiedene historische Bezüge der Partnerschaft aufgenommen. So können sich die Gäste in Gedenken an die Hilfsaktion der 20er Jahre mit Solothurner Suppe verpflegen. Danach folgt ein gemeinsames Kulturprogramm. Die Musikerinnen Marian & Nicole
Rivar sowie der Autor Franco Supino präsentieren Auszüge aus ihren Programmen der folgenden Tage, der Film Bolero Station von Rolf Brönnimann rundet die Solothurner Beiträge ab.

Unter dem Titel «Heinrich von Kleist. Oder die Geburt eines Dichters am Thunersee» beleuchten die Regisseurin und Autorin Helga Fleig, der Schauspieler Thomas Fritsche und Anton Knittel, Leiter des neuen Literaturhauses Heilbronn, die schweizerischen Einflüsse auf das «Käthchen von Heilbronn». Knittel verknüpft in seinem Text augenzwinkernd Zitate von Heinrich Kleist und Robert Walser mit Kommentaren aus der Sekundärliteratur. Die musikalische Umrahmung von Seite Heilbronns übernimmt das Liebl Trio.

Höhepunkt des Abends (trockenes Wetter vorausgesetzt) soll aber die Lichtinstallation von Ulrich Studer unter dem Titel «Denn keiner trägt das Leben allein – 6‘500 Lichter für Heilbronn» werden. Der Titel der Installation soll an den Abend des 4. Dezember 1944 erinnern, als englische Bomber die Innenstadt in 37 Minuten in Schutt und Asche legten und über 6‘500 Personen töteten. Die Beleuchtung entlang des Nekars und am Karlssee wird das Gelände auf besondere Weise verzaubern. Für die Lichtinstallation hat der Künstler in Zusammenarbeit mit der Solodaris-Werkstatt eine spezielle Heilbronner Lichtquelle entwickelt. Die Schönheit und Poesie der zahlreichen flackernden Lichter steht symbolhaft für das neue Quartier am Neckarbogen. Das Konzept dieser Lichtinstallation führt zu einer sozialen Plastik, die von der Heilbronner Bevölkerung – verstärkt durch Solothurner Beteiligung – erstellt wird.

Programm der Solothurner Kulturwoche

Mit dem Ziel, die wichtigsten Kulturbereiche Solothurns von Film über Literatur und Theater bis zur Musik zu präsentieren, wurde ein Programm zusammengestellt, das die Besucherinnen und Besucher bis zum 14. August unterhalten soll. Dazu beitragen werden die Schwestern Marian & Nicole Rivar mit vierhändigem Klavierspiel, am Sonntag verstärkt durch die singende Schauspielerin Margit Maria Bauer, Franco Supino mit einer Lesung aus «Solothurn liegt am Meer» sowie der Bildergeschichte «Linas Stein», Höhepunkten aus dem Kurzfilmprogramm der Solothurner Filmtage 2019, Shirley Anne Hofmann & Ben Jeger mit dem Programm «Ginger & Fred» und der Band Supersiech. Daneben werden touristische Informationen angeboten, um ein möglichst attraktives Bild von Solothurn zu vermitteln. (mgt)

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