Kommentar
Beinahe das Déjà-vu

«Nie mehr das Szenario Postplatz», war im Vorfeld der Abstimmung über die Teilrevision der Gemeindeordnung zu hören.

Fabio Vonarburg
Fabio Vonarburg
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Gemeinderatssitung Solothurn im grossen Landhaussaal.

Gemeinderatssitung Solothurn im grossen Landhaussaal.

Michel Lüthi

Denn mit der Einführung einer Art Ressortsystem soll die Exekutivfunktion des Gemeinderats gestärkt werden. Damit soll erreicht werden, dass Projekte, die vor das Gesamtplenum kommen, breiter abgestützt sind und allfällige Fragen und Inputs bereits zu einem früheren Projektstand geklärt oder aufgegriffen werden können.

Wie gut, dass die Stimmbürger im Januar Ja zu dieser Vorlage sagten, zeigte sich am Dienstagabend. Beinahe gab es ein Postplatz-Déjà-vu. Mit 11 zu 17 Stimmen scheiterte der Versuch, die Gesamtsanierung der Schulanlage Wildbach zu verschieben. Beim Postplatz wollte man noch Fragen bezüglich der Busführung geklärt haben, nun beim Schulhausprojekt ging es um die Frage, ob ein Neubau die bessere und günstigere Variante wäre.

Hat sich beim Postplatz die Rückweisung gelohnt? In jedem Fall, so die mehrheitliche Meinung des Gemeinderats. Tatsächlich klingt der nun längere Steg entlang der Aare nach einem Mehrwert. Ausblenden darf man aber auch nicht: Die überarbeitete Variante ist eine halbe Million Franken teurer und die Verzögerung verursachte Kosten von über 100'000 Franken.

Was lernen wir daraus? Wäre es tatsächlich zu einer Verschiebung oder einer Rückweisung beim Schulhausprojekt gekommen, hätten sich die Sparfüchse vielleicht in den eigenen Schwanz gebissen.

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