Museum Altes Zeughaus
Jetzt hat auch der Züghusjoggeli das Museum verlassen

Das Museum Altes Zeughaus in Solothurn ist leer geräumt, denn nun hat auch das Wahrzeichen, der Züghusjoggeli, sein Heim verlassen - Richtung Schloss Waldegg. Der Weg ist frei für die Renovierung, die bis im Frühling 2016 dauern soll.

Simon Wyss
Drucken
Teilen
Um ihn gehts: Der Züghus-Joggeli
16 Bilder
Claudia Moritzi, Co-Leiterin des Museums Altes Zeughaus, mit dem Züghus-Joggeli
Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli
Cäsar Eberlin, Chef Amt für Kultur und Sport
Der Züghusjoggeli wird über eine Rampe in den Transporter geschoben
«Züghus-Joggeli» verreist ins Schloss Waldegg
Im Transporter
Unterwegs
Bald da
Der Transporter fährt beim Schloss Waldegg vor
Der Züghusjoggeli wird ins Schloss geschoben
Wohin gehts?
Der Züghusjoggeli wird platziert
Der Züghus-Joggeli steht an seinem Platz
Das Zeughaus ist leer geräumt
Bernhard Mäusli und Cäsar Eberlin

Um ihn gehts: Der Züghus-Joggeli

Hansjörg Sahli

Die Räume sind leer, im Erdgeschoss stehen einzig noch ein paar Ausstellungsstücke. Die oberen Geschosse wurden bereits vollständig geräumt. Doch einer hat seinen Platz noch nicht verlassen: Er, der jahrelang das Geschehen im Zeughaus mitverfolgt hatte: Der Züghusjoggeli. Er wartet darauf, in ein paar Minuten abtransportiert zu werden. Rund eineinhalb Jahre wird er sein Heim nicht mehr zu Gesicht bekommen. Doch gibt es keinen Grund zur Reue: Schliesslich wird das Zeughaus umgebaut.

Der letzte Spuck

Nach einem kurzen Referat von Vertretern des Kantons und des Museums, ist es so weit: Eberlin und Mäusli öffnen die Klappe seines Helms. Zum letzten Mal segnet er den Boden des alten Zeughauses mit seiner Spucke. Danach Transportiert ihn Jürg Räz, Co-Leiter des Museums Altes Zeughaus, mit einer Sackkarre nach draussen. Dort wird der Züghusjoggeli in den Transporter verladen. Beim Schloss Waldegg, dem Hauptsitz des Amtes für Kultur und Sport, empfängt ihn kurze Zeit später André Schluchter, Konservator des Schloss Waldegg.

Dort kann ihn die Öffentlichkeit weiterhin besuchen. «Uns war es wichtig, dass er weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich bleibt», so Claudia Moritzi. Die restlichen Ausstellungsutensilien werden in einem Depot in der Nähe des Zeughauses gelagert. Wo genau, will die Co-Leiterin des Museums nicht verraten. Zum Teil werden sie auch an andere Museen ausgeliehen. «Wir haben im Zuge des Umbaus auch viele Anfragen von anderen Museen erhalten», so Moritzi.

Der steinige Weg zum Umbau

Der symbolischen Zeremonie ging ein Vortrag mehrerer Referenten voraus. Eingeleutet wurde das Referat mit einem Lied, das dem Züghusjoggeli gewidmet wurde. «Vor 14 Jahren weinte er wahrscheinlich», meint Cäsar Eberlin, Chef vom Amt für Kultur und Sport. Damals entschied der Kantonsrat das Zeughaus zu verkaufen. 2007 schliesslich fand die Regierung den Weg zu einer neuen Museumspolitik zurück. «Es ging Zeit verloren», so Eberlin.

Dass Handlungsbedarf bestehe, habe man schon immer gewusst. 2010 verabschiedete dann der Regierungsrat das neu erarbeitete Museumskonzept. 2011 wurde der Projekt-Wettbewerb durchgeführt. Den Auftrag erhielt schliesslich das Zürcher Architekturbüro Edelmann Krell Architekten GmbH. Die Firma hatte bereits den Umbau des Salzhauses an der Aare konstruiert. «Wir haben das beste Projekt gewählt», ist sich Bernhard Mäusli, Kantonsbaumeister, sicher. Im Mai 2013 wurde schliesslich die Genehmigung der Baubotschaft mit dem Verpflichtungskredit erteilt.

Eine grosse Herausforderung

Das Gebäude ist über 400 Jahre alt. Seinen Charakter hat es aber nicht verloren. Diesen soll es behalten. «Das ist eine besondere Aufgabe», sagt Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli. «Wir wollen die selbe Substanz im Umbau erhalten», erklärt Cäsar Eberlin, Chef vom Amt für Kultur und Sport. «Die grosse Herausforderung besteht darin, den Respekt vor dem Haus nicht zu verlieren«, so Mäusli. «Das heutige Gebäude entspricht nicht mehr den Sicherheitsnormen», so Mäusli.

So sieht das Projekt aus

Das Projekt sieht eine zweite Wendeltreppe vor, mit der die Besucher alle fünf Geschosse erreichen. Zusätzlich wird ein Lift eingebaut, damit das gesamte Gebäude rollstuhlgängig wird. Auch die Brandmeldeanlage wird verbessert. Von aussen werde man nicht merken, dass etwas umgebaut wurde. Eine grosse Herausforderung stellt die Statik des Gebäudes dar. Diese reicht nicht für die gesamte Last. Wenn man eines der Obergeschosse betritt, merkt man, dass der Boden etwas durchhängt. «Diese Verantwortung war für uns nicht mehr tragbar», erklärt Mäusli. Deswegen werden manche Säulen ertüchtigt. Ausserdem wird die gesamte Haustechnik zeitgerecht aufgerüstet.

Hierzu werden sämtliche Bodenplatten in den Obergeschossen entfernt, geputzt, und anschliessend wieder eingebaut. Die Nebenräume im Erdgeschoss werden mit einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ausgestattet. Auch sanitäre Anlagen werden ersetzt. Die Elektro-Hauszuleitung wird umgelegt. Auch die Beleuchtung wird verbessert. Der Kanton rechnet mit der Fertigstellung des Umbaus im Frühling 2016. Das Umbauprojekt kostet 12,9 Millionen Franken.

Neue Ausstellung in Planung

Mit dem Umbau wird auch eine neue Dauerausstellung erarbeitet mit dem Schwerpunkt Wehrgeschichte ausgearbeitet. Das Museum soll künftig auch Ort des Dialogs und der Reflexion zum Thema Konflikte und deren Lösungsansätze sein. Die Erneuerung der neuen Dauerausstellung wird mit 2,5 Millionen Franken aus dem Lotteriefonds unterstützt. Das erforderliche Geld ist zwar noch nicht ganz beisammen. Es fehlen noch 600 000 Franken. Die Verantwortlichen sind aber überzeugt, dass es klappt.

Aktuelle Nachrichten