Kulturgarage Solothurn

Jens Wachholz: Ein Virtuose der Sprache

Spielt mit der Sprache wie der Musiker mit dem Instrument: Jens Wachholz.

Spielt mit der Sprache wie der Musiker mit dem Instrument: Jens Wachholz.

Mit dem von Jens Wachholz gestalteten Monolog «Der Kontrabass» von Patrick Süskind kommt die Kulturgarage in Solothurn wieder einmal ins Gespräch.

Der bayrische Schriftsteller Patrick Süskind hat an Drehbüchern für Helmut Dietl für Fernsehserien («Monaco Franze») und Kinofilme («Rossini») mitgearbeitet, hat mit seinem einzigen Roman «Das Parfum» einen Weltbestseller geschrieben und hat schliesslich für die Bühne den 1981 in München uraufgeführten Monolog «Der Kontrabass» verfasst.

Seither ist dieses Bühnenwerk ein Dauerbrenner und hat schon manchem Schauspieler einen Soloabend beschert. Für Jens Wachholz indessen war es eine effektive Premiere, denn er spielt dieses Stück zum ersten Mal, und zwar hier in Solothurn, wo er seinen derzeitigen Lebensmittelpunkt hat.

Ihm gefällt die Stadt – und deren Atmosphäre. «Als freischaffender Schauspieler kann ich mir meinen Wohnort aussuchen.» Er ist denn auch für das Solothurner Theaterpublikum kein Unbekannter. Die Regisseurin Vera Probst hat theaterpädagogisch am Stadttheater gearbeitet und ist seit Jahren von Süskinds Text begeistert.

Wachholz selber war auf der Suche nach einem Einmannstück. Beide kannten sich und so kam es denn zu dieser Produktion.

Von Begeisterung zu Verbitterung

Der (namenlose) Kontrabassist tritt auf die sein Schlaf- und Wohnzimmer darstellende Bühne und beginnt dem Publikum voller Begeisterung die Vorzüge des Kontrabasses als wichtigstes Instrument eines Klangkörpers zu schildern. Dazwischen genehmigt er sich einen Schluck Bier, um «das Flüssigkeitsdefizit auszugleichen».

Je länger er aber spricht, desto düsterer empfindet er seine Situation. Schliesslich muss er sich damit abfinden, nur eine übersehbare Gestalt im Staatsorchester zu sein. Dieser Monolog gibt Wachholz Gelegenheit, fast alle Register seines schauspielerischen Könnens zu ziehen.

Da werden zu den Klängen von Carl Ditters von Dittersdorfs (1739–1799) Kontrabasskonzert Nr. 2 E-Dur rhythmisch die Zähne geputzt oder das Instrument wird entweder zum Störenfried bei einem Schäferstündchen oder wird als Ersatz für eine nicht ausgelebte Sexualität mit ins Bett genommen.

Wachholz überzeugt nicht nur mimisch und gestisch, sondern erweist sich als hervorragender Virtuose, welcher mit der Sprache spielt wie ein Musiker auf seinem Instrument. Für die Technik zeichnet David Liebendörfer verantwortlich und die Grafik wurde von Mirjam Loosli gestaltet. Das Bühnenbild und die Kostüme dieser empfehlenswerten Aufführung werden vom Darsteller und der Regisseurin verantwortet.

Weitere Aufführungen: Fr/Sa 11./12. und Do/Fr 17./18. November je 20 Uhr. Reservationen 078 824 94 12

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1