Vereinsleben

In Oberdorf steht ein Bücherschrank: «Bring es Buech - hol es Buech»

Adrienne Légeret hatte die Idee für den Bücherschrank.

Adrienne Légeret hatte die Idee für den Bücherschrank.

In Oberdorf steht ab sofort ein offener Bücherschrank für alle. Ins Leben gerufen wurde er von Adrienne Légeret mittels einer Arbeitsgruppe im Verein forum oberdorf. Der Schrank ist ein Geschenk vom Verein anlässlich ihres Jubiläums.

«Bücher sind Bienen, die lebenzeugenden Blütenstaub von einem Geist zum andern tragen.» So zitierte Adrienne Légeret am Sonntag in ihrer kurzen Ansprache zur Einweihung des öffentlichen Bücherschranks in Oberdorf den Schriftsteller James Russell Lowell. Sie war es, die eines Nachts die Idee hatte und innerhalb des «forums oberdorf» eine Arbeitsgruppe gründete, die sich um das Projekt offener Bücherschrank kümmerte.

Den Verein forum oberdorf gibt es nun seit 20 Jahren. «Zu unserem Jubiläum wollten wir der Gemeinde etwas schenken», sagte Légeret. «Der Bücherschrank soll zu einem Begegnungsort im Dorf werden», beschreibt sie die erhoffte Funktion. Geschweisst hat das massive Möbel Benjamin Staub nach einem Plan von Daniel Bieri. Nun steht der passend zur Umgebung rostrote Bücherschrank vor Wind und Regen geschützt unter dem Vordach des Kulturzentrums Kächschür bei der neuen Pétanquebahn – auch diese ist einst aus einer Idee des Forums entstanden.

Bücherschrank soll neuer Treffpunkt werden

Das erste Projekt sei es gewesen, nach der Auflösung der SP Leute für die verschiedenen Kommissionen zu finden, die sich keiner Partei anschliessen wollen. «Dann haben wir immer mehr Anlässe und Konzerte organisiert, was zur Gründung der Kulturkommission geführt hat. Wir wollen immer wieder etwas Neues anstossen, das sich dann selbstständig entwickeln kann», sagt Adrienne Légeret über das forum oberdorf. Mittlerweile ist daraus eine politische Bewegung geworden, die Ueli Kölliker für die Wahl zum Gemeindepräsidenten nominiert hat.

Der bald abtretende Gemeindepräsident Patrick Schlatter betonte den Wert der Bücher, die zu einem Wegwerfprodukt geworden seien. «So leistet der Bücherschrank auch einen Beitrag für die Ökologie», meinte Schlatter. Nicole Boruvka, Präsidentin forums oberdorf gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass der Bücherschrank zu einem Treffpunkt in Oberdorf wird. «Die Kultur des Lesens ist die Kultur der Bildung und damit ein ganz zentrales Element für das Zusammenleben unseres Dorfes».

Barbara Simon wird sich nun um den offenen Bücherschrank kümmern und schauen, dass keine verstaubten Ladenhüter, sondern immer wieder neue, spannende Literatur zu finden sein wird.

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