Solothurn

Im zweiten Anlauf soll ein neuer Reithalle-Anbau entstehen

So soll der neue Anbau hinter der Reithalle aussehen.

So soll der neue Anbau hinter der Reithalle aussehen.

Schon lange trägt sich die Rythalle AG mit einem Ausbau der Reithalle und ihrer Infrastruktur. Nun wurde nach dem Scheitern eines ersten Baugesuchs ein zweites für ein redimensioniertes Anbau-Projekt hinter der Reithalle eingereicht.

Eigentlich war alles schon aufgegleist, doch dann folgte vor gut einem Jahr der Schock: Das Baugesuch für einen neuen Anbau mit Unterkellerung hinter der Reithalle wurde abgelehnt. Der hauptsächliche Grund: Zwei Bäume, die dem ebenfalls neuen, rückwärtigen Eingangsbereich hätten weichen müssen, durften nicht gefällt werden. Die Stadt pochte auf den Erhalt der rund 100-jährigen Bäume, einem Bergahorn und einer Rosskastanie, denen ein Gutachten trotz alter Wunden doch noch eine Zukunft bescheinigt.

Wohl oder übel musste die Rythalle AG die Planung völlig neu aufnehmen und das Projekt massiv reduzieren, um die Bäume und ihr Wurzelwerk auch in der Bauphase zu schonen. Dies ist in einem 14-seitigen Baumschutzkonzept nun nachgeholt worden und so hofft Tobias Jakob, Präsident der Rythalle AG, dass der Abbruch des alten und die Realisierung des neuen Anbaus ab Oktober in Gang kommen. «Unser Ziel ist es, dass der Rohbau an den Filmtagen 2021 benutzbar ist.»

Mehr kleinere Anlässe generieren

«Nun, die Unterkellerung fällt beim neuen Projekt weg», bestätigt Jakob den wichtigsten Punkt im redimensionierten Projekt. Ebenso ist der rückwärtige Eingangsbereich wegen des Baumschutzes kein Thema mehr. «Die bisherigen WCs im Anbau werden in die kleine Turnhalle verlegt, und die ganze Anordnung wird behindertengerecht ausgelegt», skizziert der AG-Präsident weitere Eckpunkte des Projekts. Der neue, verglaste Anbau soll auch eine Catering-Zubereitungsküche sowie eine versenkbare Bühne enthalten. Das Zeile der Rythalle AG: Vermehr auch kleiner Anlässe unter der Woche wie Generalversammlungen oder Seminare zu generieren.

Denn laut einer Erhebung der Solothurner Tourismus-Organisation Solothurn Services gibt es jährlich gegen 220 Anfragen für Anlässe mit einem Platzbedarf für 11 bis 50 Personen. Da aber die nutzbare Fläche im verkleinerten neuen Anbau bei lediglich 100 Quadratmetern liegt, kann sich Tobias Jakob schwerlich Parallel-Durchführungen im Anbau wie im Hauptgebäude der Reithalle selbst vorstellen. Auch das beigelegte Betriebskonzept geht nicht davon aus – ja es sei dank der besseren Lagerung des Mobiliars sogar mit weniger Transportbewegungen zu rechnen. «Doch während der HESO kann der Anbau auch als Ausstellungsfläche benutzt werden», bestätigt Tobias Jakob.

Es wird keine «HESO light» geben

Diese Woche könnte sich bereits entscheiden, ob die HESO in der letzten Septemberwoche stattfinden kann oder nicht ‑ bis jetzt hat der Bundesrat Grossveranstaltungen bis Ende August untersagt. Würde die Ansage neu auch noch im September gelten, könnte man gar nicht mehr selbst über eine Durchführung entscheiden. «Wir sind mit dem HESO-OK in Kontakt», versichert der Präsident der Rythalle AG. Und lässt durchblicken, dass man nicht die Absicht habe, eine «HESO light» durchzuführen. Doch die Auswirkungen einer Absage wären gravierend, auch für das Gewerbe. «Und der Verlust, den die HESO schreibt, ist auch der Verlust der Rythalle AG», betont Jakob.

Es geht um mehr als nur den Anbau

Je nach Nichtdurchführung der HESO könnte dies für den Bauverlauf «zum Thema werden». Vorerst hofft man aber jetzt bei der Rythalle AG auf die Genehmigung des neuerlichen Baugesuchs, damit die 3-Mio.-Investition auch zeitnah ausgelöst werden kann. «In diesem Betrag ist nicht nur der Abriss und Neubau des rückwärtigen Pavillons enthalten, sondern auch noch die Sanierung der Reithalle selbst», zeigt Jakob den Gesamtumfang des Vorhabens auf.

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Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

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