Weihnachtsbeleuchtung Solothurn

Im riesigen glitzernden Sternenmeer tun sich einige schwarze Löcher auf

Selten ist etwas Neues in Solothurn auf so ungeteilte Zustimmung, ja sogar Begeisterung gestossen wie die vor einigen Jahren neu eingeführte Weihnachtsbeleuchtung. Sie wird weiter optimiert, doch noch gibts einige dunkle Flecken auf dem Stadtplan.

Der Friedhofplatz hat Glück: Die zwei Platanen erlauben es, die Kronen mit Lämpchen zu bestücken. Die mit dem Christbaum zusammen ein adventlich-weihnächtliches Gesamtpaket ergeben. Gleiches gilt fürs wunderschöne Lichtermeer von hunderten Lämpchen in den Bäumen rings um den Amtshausplatz. Ob es da die schnurgeraden Lichterteppiche der zwei Banken am Platz noch braucht? Aber offenbar stehen Banken auf so was – auch die Berner Kantonalbank ist ander Gurzelngasse noch als letztes Haus in einen Lämpchen-Vorhang gehüllt.

Umdenken am Märetplatz

In solch schreiende Lichterbahnen verwandelt hatten sich Jahren jeweils auch das Eckhaus der Gurzelngasse 2 mit der Import-Parfumerie und schräg gegenüber an der südöstlichen Ecke des Märetplatzes das Haus mit der Parfumerie Marrionaud.

Der Besitzer der Häuser, Urs Rudolf, hat nun offenbar umgedacht,und zumindest an der Gurzelngasse neu auf eine Beleuchtung gesetzt, die zur offiziellen Beleuchtung der Gurzeln- und Hauptgasse passt. «Er hat signalisiert, dass er allenfalls auch andere Liegenschaften in seinem Besitz so beleuchten könnte», erklärt Daniel Odermatt, Leiter Netze Strom bei der Regio Energie Solothurn, der sich auch mit der Weihnachtsbeleuchtung befasst. Das würde vielleicht auch auf Rudolfs Klosterhof am Klosterplatz zutreffen, an dem derzeit noch bunte, aber doch etwas kitschige «Leucht-Päckli» prangen.»

Die «schwarzen Löcher»

Ausgerechnet der Märetplatz, das Herz der Altstadt, präsentiert sich nun aber vor allem auf der Südseite als «schwarzes Loch» zwischen dem Lichtermeer von Haupt- und Gurzelngasse. Denn alle Strassenlampen sind in den Gassen mit Weihnachtsbeleuchtung ausgeschaltet. Hauptgrund für die Finsternis ist das im Umbau befindlichen Haus Rust, das wie die leere «Krone» am Kronenplatz als massige, dunkle Kubatur das dezente Licht der Christbäume nebenan verschluckt.

Nun, auch das ehemalige Haus Rust gehört inzwischen Urs Rudolf, und mit einer Beleuchtung wie über der Import Parfumerie wäre der Märetplatz wohl beleuchtungstechnisch gerettet. Als Notlösung Strassenlaternen punktuell anzünden? Daniel Odermatt ist skeptisch: «Alle Kandelaber oder Fassadenleuchten hängen mit weiteren Lampen in den Gassen zusammen. Und dort würden diese in Betrieb die Weihnachtsbeleuchtung konkurrenzieren.» Nur die Leuchte am Zeitglockenturm sei einzeln zuschaltbar, dies könne man prüfen.

Es geht nur mit Sponsoren

Nicht alle Gassen haben das Glück wie etwa der Ritterquai, wo die Typ AG alle Jahre wieder den legendären riesigen Weihnachtsbaum am Aareufer beleuchtet. Denn die Gassengabelung der Friedhof und Judengasse zwischen der Gurzeln- und Hauptgasse sowie dem Friedhofplatz müssen wie auch die St. Urbangasse mit der normalen Strassenbeleuchtung über die Adventsrunden kommen - nur Sponsoren machen noch eine Erweiterung wie nun in der Schmiedengasse möglich, hat die klamme Stadt- und Gewerbevereinigung Solothurn signalisiert.

Auch nicht «weihnachtsbeleuchtet» ist übrigens das neu umgebaute Stadttheater - es gäbe also noch viel zu tun in der «Adventsstadt Solothurn».

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