Gibt es Beziehungen zwischen gutem Bier und der Weltliteratur? Diese bewegende Frage versuchte der Solothurner Schauspieler Hanspeter Bader am Donnerstagabend zur Eröffnung der 12. Solothurner Biertage zu beantworten.

«Das Schlüsselloch wird leicht vermisst, wenn es nicht dort ist, wo es ist»; zitierte Bader Wilhelm Buch nach einer hier nicht reproduzierbaren Kostprobe aus einem irischen Trinklied. Dramaturgisch und schauspielerisch kitzelte der Solothurner Mime alles aus der Materie heraus, was Hopfen und Malz in Worte gefasst hergaben.

Gilgamesch, Tacitus, Schiller, Jean Paul oder Heinrich Böll, sie lieferten die Vorlagen für einen Baderschen Wortschwall, der bald einmal rauschhafte Züge annahm. Oder nochmals Busch: «Die erste Pflicht der Musensöhne, ist, dass man sie ans Bier gewöhne.»

Einigen Dichterfürsten wie «Shakesbeer» oder auch Komponisten hätte es gut angestanden, das Bier in ihre Meisterwerke aufzunehmen schlug Hanspeter Bader eine Brücke zum «Barbier von Sevilla.» Die geladene Gastig, darunter auch Ständerat Roberto Zanetti, Stadtpräsident Kurt Fluri oder Kantonsratspräsident Peter Brotschi dankten die wahrlich von Durst strotzende Eröffnungsrede mit warmem Applaus.

Was es nicht alles gibt

Damit war die Bahn frei für eine Degustationsrunde im riesigen Festzelt. Ein erster Augenschein förderte Spannendes, Trinkbares zutage. Dölf Kipfer setzt auf seinen preisgekrönten Bucheggberger Doppelbock - «aber Achtung, der hat 7 Volumenprozent.»

Nach einer Pause im Vorjahr ist auch Toni Lötscher mit Sohn Roger wieder an den Biertagen präsent - die 30 000 Liter «Granicum»-Bier werden in Grenchen schliesslich an der Solothurnstrasse gebraut.

«Wir machen jährlich rund acht Sorten, jetzt haben wir vier dabei. Ein Helles, ein Dunkles, ein Weizen und ein Rauchbier.» Diese fränkische Spezialität - das Original wird in Bamberg gebraut - hat auch die «Öufi»-Brauerei in ihrem Biertage-Angebot. Doch Alex Künzle wie Toni Lötscher sind sich einig: Das Original ist zu streng, und so haben beide ihr Rauchbier in einer milderen Variation gebraut.

Eyecatcher an im Zelt ist ausgerechnet ein Büchsenbier: Aus Derendingen kommt das österreichische Märzenbier «I am» in der Alu-Dose, charmant präsentiert von Caroline Misiurski im bierblonden Kleid mit weissem Schaumkragen. Ihr Clou: «Jede Dose lässt sich beispielsweise mit einem Vereinslogo bedrucken.» Aber das Bier, das bleibt halt Büchsenbier.

Die Solothurner Biertage finden noch Freitag von 17 bis 1.30 Uhr und Samstag von 14 bis 1.30 Uhr statt. Am Freitag spielen ab 20 Uhr die Hubusteigiele, am Samstag ab 20 Uhr die Streetband Eigebröi.