Solothurn

Gestaltungsplan-Änderungen für mehr Wohnraum statt Gewerbeflächen beim Westbahnhof

Was künftig rund um Solothurns Westbahnhof gebaut wird, ist durch Projektstudien und Gestaltungspläne definiert. Nun soll der wichtigste geändert werden, damit mehr Wohnraum anstelle von stets weniger gefragten Gewerbe- und Büroflächen möglich wird.

Seit 1994 regelt ein Gestaltungsplan, was nördlich des Westbahnhof-Parklatzes auf dem Areal bis zur Wengistrasse gebaut werden darf. Nur dort oben, auf der Parzelle im Besitz der Sitex Properties, wurde ein markanter, halbrunder Neubau realisiert, die Restfläche mit mehreren Baufeldern im Eigentum der Alphons Glutz Blotzheim AG blieb unbebaut und ist von Altbauten wie der Garage Fauser gesäumt. Nun muss sich der Gemeinderat mit einer Änderung des Gestaltungsplans befassen, denn auch für diese ursprünglichen Pläne hat sich der Wind gedreht: Ein Wohnanteil von nur 20 Prozent in einer sechsgeschossigen Überbauung mit Attika entspricht in einer Zeit, wo viele Leerstände an Geschäfts-und Büroflächen auch in Solothurn existieren, nicht mehr der Marktlage.

Neu soll die Nutzung «überwiegend Wohnen sein. Im Erdgeschoss befinden sich mehrheitlich öffentlichkeitsorientierende Nutzungen wie Verkaufsflächen und Café. Im westlichen Teil des Erdgeschosses ist eine Wohnnutzung mit Gartenteil vorgesehen», zitiert Stadtbauamts-Leiterin Andrea Lenggenhager den Raumplanungsbericht. Im Westen des sogenannten Baufelds A steht übrigens auch die vor einigen Jahren restaurierte Villa Segetz, die mitsamt ihrer Umgebung durch die neue Überbauung nicht angetastet werden soll.

Ein wichtiger Punkt wird am 10. Dezember im Gemeinderat auch die Frage sein, ob man mit der Gestaltungsplan-Änderung nicht hätte zuwarten sollen, bis die Ortsplanungsrevision steht – das Stadtbauamt sieht ein Vorziehen als möglich und richtig an. Ein weiterer Reibungspunkt: Die Kommission für Planung und Umwelt und die Baukommission sehen für den räumlichen Abschluss zum Westbahnhofareal ein «qualitätssicherndes Konkurrenzverfahren» wie einen Studienauftrag oder Wettbewerb vor.

Wie viele Parkplätze dürfen es denn sein?

Noch offen ist auch die Parkierungsfrage: Fest steht nur, dass sie unterirdisch gelöst werden muss. Und da kommt wieder die Ortsplanungsrevision ins Spiel: Gilt diese bereits zum Zeitpunkt der Baubewilligung liegt die Bandbreite nur noch zwischen 37 und 72 Abstellplätzen, die erstellt werden könnten. Wenn noch das bisherige Recht zur Anwendung käme, wären zwischen 177 und 180 Parkplätze möglich. Diese Zahlen basieren auf der Annahme von insgesamt 159 Wohnungen und nur noch einer Gewerbefläche von 700 Quadratmetern.

Kommt ein Parkhaus Westbahnhof?

Bauen könnten auch gleich südlich des Gestaltungsplan-Perimeters die SBB auf ihrem Areal, das jetzt als oberirdische Park-and-Rail-Anlage genutzt wird. Es wurde im Studienauftrag Westbahnhof mit einbezogen, um Gesamtlösungen aufzuzeigen. Dieser stellte fest, dass das bisherige Bahnhofsgebäude zu erhalten sei. Die SBB sehen offenbar eine Projekt-Realisierung ab 2024, weil dannzumal die alte Eisenbahn-Stahlbrücke durch eine neue Betonbrücke ersetzt werden soll. Stadtpräsident Kurt Fluri hatte letzte Woche bei der Manor-Eröffnung die Wünschbarkeit eines vierten öffentlichen Parkhauses beim Westbahnhof geäussert. «Wir sind in Diskussion und es geht vor allem erst einmal um eine Bedarfsabklärung», bestätigt Andrea Lenggenhager Gespräche zwischen der Stadt, Parking AG und den SBB. Ein allfälliges Parkhaus dort würde dann mit einer Stichstrasse von der Dammstrasse her erschlossen.

Verwandtes Thema:

Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

Meistgesehen

Artboard 1