Indoorspielplatz Solothurn

Geschäftsinhaber zur Schliessung des Nilpfi: «Das Lachen der Kinder werde ich vermissen»

Christoph Gerber, führt den Indoorspielplatz Nilpfi seit 15 Jahren gemeinsam mit Judith Mattei. Ende Jahr ist Schluss.

Christoph Gerber, führt den Indoorspielplatz Nilpfi seit 15 Jahren gemeinsam mit Judith Mattei. Ende Jahr ist Schluss.

Der Indoorspielplatz Nilpfi in Solothurn schliesst Ende Jahr die Türen. Das Gebäude wird wegen des Ausbaus des Bahnhofs abgerissen.

Wenn es an einem Sonntag regnet und erst noch kalt ist, dann herrscht im «Nilpfi» Hochbetrieb. Über 100 Kinder, die auf den Trampolins hüpfen, den Kletterturm besteigen, sich auf elektrischen Autos ein Rennen liefern oder hoch konzentriert ein Bauwerk aus Duplo kreieren. Die Eltern trinken in aller Ruhe ein Kaffee, während ihre Kinder durch die Halle toben.

«Das Lachen der Kinder werde ich vermissen», sagt Christoph Gerber, der den Indoorspielplatz vor 15 Jahren gemeinsam mit seiner Geschäftspartnerin Judith Mattei gegründet hat. Denn Ende Jahr ist Schluss, wie Radio 32 am Dienstag als Erstes berichtete. Aufgrund des geplanten Ausbaus des Bahnhofs wird die Halle, in der nun jahrelang Kinder gespielt haben und vorher das Feldschlösschen-Depot war, abgerissen, macht Platz für ein mehrstöckiges Gebäude. Dies ist seit längerem bekannt, doch nun rückt das Bauprojekt immer näher.

Wann es losgeht und die ersten Bagger anrücken, ist zwar noch offen. Doch Ende Jahr läuft der Zehn-Jahres-Vertrag aus, den Gerber und Mattei mit dem Besitzer der Halle abgeschlossen haben. «Wir hätten weiterhin bleiben dürfen, der Vertrag wäre aber monatlich verlängert worden», so Gerber, der die gute Zusammenarbeit mit dem Vermieter betont. Dass die «Nilpfi»-Besitzer dies nicht tun, liegt unter anderem an der Coronakrise, die das Geschäft durch die beschränkte Zahl Besucher, belastet. «Zudem müssen wir als Unternehmer langfristig denken können», sagt Gerber.

«Das ist aber gar nicht cool», habe ihm ein Kind gesagt, nachdem er die Hiobsbotschaft erzählt habe. Das «Nilpfi» ist bei Kindern beliebt, «und wir haben auch Gäste, die vor 15 Jahren bei uns als Kind spielten und mittlerweile mit ihren eigenem Nachwuchs wieder kommen», berichtet Gerber.

Als Christoph Gerber und Judith Mattei 2005 das «Nilpfi» eröffneten, war dies einer der ersten Indoorspielplätze der Schweiz, es gab nur zwei Mitbewerber. Selbst aus Lörrach und aus dem Luzernischen seien die Besucher in den ersten Jahren gekommen, erzählt Gerber. Mittlerweile ist die Konkurrenz grösser geworden, vielerorts entstanden neue Indoorspielplätze. Etwa in Lyss oder auch in Rohrbach (BE), wo mit 6'000 m2 der grösste der Schweiz steht.

Bilder vom Nilpfi aus dem Jahr 2011:

Bistro am See anstatt Indoorspielplatz

Auch wegen der Konkurrenz ist es für die Besitzer des «Nilpfi» nicht in Frage gekommen, an einem anderen Ort einen neuen Indoorspielplatz zu schaffen. «Die Investitionen und das Risiko wären zu gross», sagt Gerber. Er und seine Geschäftspartnerin führen seit vergangenen Sommer das Bistro am See in Mörigen. Dieses haben sie auch deswegen übernommen, weil sich das Ende des «Nilpfis» langsam abzeichnete und ermöglicht es nun, die Mitarbeitenden weiter zu beschäftigen.

Bis Ende Jahr gilt ihr Fokus aber weiterhin auch ihrem Indoorspielplatz. Stand jetzt wird die Halle bis und mit 31. Dezember geöffnet haben. Wer übrigens ein Spielgerät oder Einrichtungsgegenstand aus dem «Nilpfi» erwerben möchte, kann vor Ort vorbeischauen. «Alles muss raus», sagt Gerber, wobei er anfügt, dass sie sicher ein paar Nilpferde behalten werden. Solche Stofftiere sind zu Hunderten in der Halle zu finden und sind das eigentliche Markenzeichen.

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Autor

Fabio Vonarburg

Fabio Vonarburg

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