Am Dienstagmorgen lag der Barometerstand auf petitio.ch gar bei 223. Damit soll das schützenswerte, aber nicht denkmalgeschützte Haus im Schweizer Chaletstil aus dem vorletzten Jahrhundert vor der Abrissbirne gerettet werden.

Allerdings befindet sich die Liegenschaft in einem desolaten Zustand, weswegen ihr Besitzer andere, aber noch nicht näher erläuterte Pläne mit dem Laubsägelihaus hegt. Hinter der Petition, die sich gegen den Abriss ausspricht, stehen Timon Lüthi und Romano Mombelli. Beide wuchsen in der Nachbarschaft des Hauses auf. So sei die persönliche Nostalgie einer der Beweggründe für die Petition gewesen.

Aber nicht nur: «So spielten auch die architektonische Einzigartigkeit sowie die lange Geschichte des Objekts eine bedeutende Rolle bei unserem Entschluss», sagt Lüthi. «Würde doch mit dem Verschwinden des Laubsägelihaus auch ein bedeutendes Stück Solothurner Kulturhistorie verloren gehen.»

Auch das Gespräch mit Menschen älterer Generationen, die sich immer wieder über länger zurückliegende «Bausünden» äusserten, habe die beiden zu ihrem Schritt motiviert. «Daher war es uns ein Anliegen selbst aktiv zu werden, um nicht die Fehler längst vergessen geglaubter Tage zu wiederholen.»

Die Petition im Wortlaut und die Unterschriften werden nach Ablauf der 30-tägigen Petitionsfrist – es bleiben noch 15 Tage – Stadtpräsident Kurt Fluri übergeben. Derweil relativiert Lüthi bei aller Hoffnung die Chance, den Abbruch zu verhindern: «Von einem juristischen Standpunkt her ist die Sachlage eindeutig: Ist weder bei den zuständigen Behörden, noch bei den Besitzern der Wille vorhanden, sind die Aussichten auf Rettung relativ klein.»

Vielmehr soll die Petition sowohl den Eigentümern als auch den Behörden aufzeigen, «dass das Laubsägelihaus ein einzigartiges und schützenswertes Kulturgut darstellt», so Lüthi. (ak)