Stadtbummel Solothurn

Gedanken zu einer bekannten Liedzeile

Blick auf die Stadt Solothurn.

Blick auf die Stadt Solothurn.

Die Zeiten ändern sich. Sogar in Solothurn. Obwohl in unserem Lied «S isch immer e so gsy» steht, trifft dies bei Weitem nicht zu. Nehmen wir zum Beispiel die aktuelle Post-Corona-Fübi-Situation: Langsam aber sicher füllt sich zum Feierabendbier das Aaremürli wieder – und zwar auf beiden Flussseiten. Und trotzdem ist es nicht wie vorher. Ein gewisses Unwohlsein beim «Öufi in der Menge» bleibt. Dass man jedoch beispielsweise in der «Hafebar» bedient wird und nicht mehr lange anstehen muss, ist für viele ein durchaus angenehmer Nebeneffekt. «S isch nid immer e so gsy…»

Auch die Altstadt wird von Tag zu Tag mehr «wiederbelebt», zum Beispiel wenn morgen der Märet seit Langem wieder innerhalb der Stadtmauern stattfinden kann. Immerhin wurde der neu getaufte Schanzenplatz durch den Märet belebt. Ob dies auch für den September zutreffen wird, bleibt weiterhin offen: Die Durchführung der HESO ist nach wie vor auf der Kippe – aber man ist bekanntlich guter Dinge. Dass man sich auf dem Märet «draussen vor dem Tore» trifft oder dass die HESO abgesagt werden könnte, wäre in früheren Jahren undenkbar gewesen. Jahrzehntelang war man sich sicher: «S isch ebe immer e so gsy…»

Ich schrieb meinen ersten Stadtbummel im Jahr 2009. Meine erste Kolumne für die «Solothurner Zeitung» liegt sogar noch weiter zurück: Diese verfasste ich im Jahr 2000. Dass das Bummeln durch Solothurn damals völlig anders ablief, liegt auf der Hand. Das «Lido» mit dem Hafen, unser «Solheure» oder die heutige «Kulturfabrik Kofmehl» bei der Westumfahrung gab es vor 20 Jahren noch nicht. Ein Blick ins Archiv zeigt, dass sich die beliebten Geschichten des Stadtbummels mehrheitlich in der Altstadt abspielten und die Vorstadt vor allem im Zusammenhang mit Röst- und Essiggerüchen vom «Oetterli» erwähnt wurde. «S isch definitiv nid immer alles e so gsy…»

Heute ist alles anders. Dies merkt man unter anderem auch am Solothurner Geschäftsleben. Nehmen wir beispielsweise die Hauptgasse 18: Aus dem «Spielwarengeschäft Hirsig» wurde vor rund 20 Jahren plötzlich das «Kinderparadies Bohnenblust». Heute befindet sich dort immer noch die Baustelle, wo nach dem Umbau der «Kinderladen Elf» bekanntlich (wieder) in die Hauptgasse ziehen wird. Also ein bisschen «S isch immer e so gsy…»?

In jedem Ende steckt ein neuer Anfang, sagt der Volksmund. Dies trifft sowohl auf die Post-Corona-Fübi-Situation als auch auf wechselnde Betreiber im Geschäftshaus an der Hauptgasse 18 zu. Oder auf den Stadtbummler, der hier seine letzte Kolumne schreibt. Zum Glück verändert sich unser Stedtli stetig. Sonst wären ja alle Stadtbummel gleich. Sind wir also gespannt, welche Themen in Zukunft diese Kolumne prägen werden. Voilà.

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