Bahnhofspost Solothurn
«Früher gings ja auch gut ohne»

Über 300 Online-Leser äusserten sich zu den Öffnungszeiten der Post am Bahnhofplatz Solothurn. Neun von zehn würden einen über den Mittag geöffneten Schalterdienst befürworten.

Andreas Kaufmann
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Die Mehrheit der Solothurner würden einen über Mittag geöffneten Postschalter befürworten.

Die Mehrheit der Solothurner würden einen über Mittag geöffneten Postschalter befürworten.

Keystone

Die Nachfrage rechne sich nicht, um am Hauptbahnhof Solothurn den Postschalter auch über den Mittag durchgehend geöffnet zu halten. Dies liess vergangene Woche auf Anfrage die Schweizerische Post verlauten (wir berichteten). Aktuell bleibt nämlich die Filiale «Solothurn 1» am Bahnhofplatz zwischen 12 und 14 Uhr geschlossen. Um eine Erweiterung der Öffnungszeiten ins Auge zu fassen, müsse diese wirtschaftlich Sinn ergeben. Dies lasse sich unter anderem auch daran messen, wie umliegende Geschäfte über den betreffenden Zeitraum geöffnet haben, liess dabei Mediensprecher Erich Schmid wissen. Das sei zwar am Standort an der Wengistrasse mit einer guten Passantenlage und in Nähe des Bahnhofs Solothurn West gegeben, nicht aber am Hauptbahnhof.

Eine Strassenumfrage der Solothurner Zeitung ergab, dass in dieser Frage geteilte Meinungen vorherrschen: Vor allem jüngere Befragte votierten für eine Öffnung über den Mittag. An einer anschliessend unter www.solothurnerzeitung.ch lancierten Online-Umfrage nahmen bis gestern Montagnachmittag über 300 User teil.

Fazit: 89 Prozent würden eine Öffnung über den Mittag begrüssen, 11 Prozent hingegen sind mit dem gegenwärtigen Zustand zufrieden. «Es hat auch etwas mit gutem Service und Kundenfreundlichkeit zu tun», meinte dabei eine Online-Leserin, die dem Betrieb in dieser Frage eher «Rückständigkeit und Provinzialismus» unterstellt. Eine Facebook-Userin bezeichnete die Öffnungszeiten als «Frechheit». Auf der anderen Seite waren aber auch Stimmen gegen die Ausdehnung der Öffnungszeiten zu vernehmen: «Wir nähern uns immer mehr einer 7x24-Stunden-Gesellschaft.» Leidtragende sei vor allem das Verkaufspersonal. Andere wiederum halten fest, dass es früher auch ohne Öffnungszeiten über den Mittag gegangen sei. Es ist aber auch der Umstand zu berücksichtigen, dass nicht alle, die für einen offenen Schalter am Mittag votierten, selbst auch Nutzer wären, um die Ausdehnung des Service zu rechtfertigen. Dies befand auch ein User: «Wenn alle, die ‹Ja› gestimmt haben, je über Mittag in die Poststelle gegangen wären, dann wäre die Poststelle bestimmt nicht für zwei Stunden geschlossen.»

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