Fasnacht Solothurn
Die Narren können endlich aufatmen: Chesslete und Bööggverbrönne finden statt

Nun macht die Narrenzunft Honolulu Nägel mit Köpfen: Die Chesslete am Schmutzigen Donnerstag und das Bööggverbrönne am Aschermittwoch sollen in gewohnter Weise stattfinden.

Judith Frei
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Die Gassen sollen sich an der Chesslete wie zuletzt 2020 wieder füllen.

Die Gassen sollen sich an der Chesslete wie zuletzt 2020 wieder füllen.

Michel Lüthi

Jetzt ist es definitiv: Chesslete und Bööggverbrönne finden statt. Aber: «Ein gewisses Risiko bleibt», sagt Peter H. R. Studer, Ober der Narrenzunft Honolulu. Es existiere immer noch das Risiko, dass Einschränkungen bestehen bleiben, davon seien aber die Anlässe im Freien nicht betroffen.

«Möglich ist, dass die Zertifikatspflicht in den Innenräumen bestehen bleibt und Anlässe nur mit 2G oder gar 2G-plus stattfinden können», so Studer weiter. Genaueres wird am 16. Februar klar, wenn der Bundesrat die nächsten Lockerungen bekannt gibt.

Ober der Narrenzunft Honolulu, Peter Studer, in der Mitte mit Zepter.

Ober der Narrenzunft Honolulu, Peter Studer, in der Mitte mit Zepter.

Hanspeter Bärtschi

«Wir wollen mit dieser Ankündigung nun endlich Klarheit schaffen», erklärt Studer den Entscheid der Narrenzunft. So können sich die Narren auf die Fasnacht vorbereiten.

Oberchessler Marco Lupi ist ebenfalls optimistisch: «Wir haben unter Vorbehalt grünes Licht vom Kanton und der Stadtpolizei erhalten.» Auch Lupi kann sich kaum vorstellen, dass die Anlässe im Freien abgesagt werden.

Ober Chessler Marco Lupi an der Fasnacht 2020.

Ober Chessler Marco Lupi an der Fasnacht 2020.

Michel Lüthi

Die zwei Varianten zur Aufhebung der verbleibenden Massnahmen, die der Bundesrat in die Vernehmlassung geschickt hat, sehen beide vor, dass die Bewilligungspflicht im Freien fällt. In der zweiten Variante könnte der Kanton noch strengere Massnahmen einführen. «Der Kanton hat uns versichert, dass er keine Massnahmen für die Fasnacht vorgesehen hat», erklärt Lupi seinen Optimismus.

Mehlsuppe und Proklamation

Weil noch nicht klar ist, wie es sich mit der Zertifikatspflicht in den Innenräumen verhält, kann der Oberchessler noch nicht abschliessend sagen, welche Restaurants an der Chesslete am Schmutzigen Donnerstag Mehlsuppe anbieten werden. «Die allermeisten Restaurants, die normalerweise dabei sind, haben aber schon jetzt signalisiert, dass sie mitmachen», sagt Lupi zufrieden.

Suppe und Bier an der Chesslete 2020.

Suppe und Bier an der Chesslete 2020.

Michel Lüthi

Schon heute ist aber klar, dass am 24. Februar um 5 Uhr am Morgen ein lärmender Tross am Friedhofplatz starten wird.

Um 14.30 Uhr gibt es dann eine Proklamation auf dem Kronenplatz. Anschliessend kommt’s zu einem Novum: An Stelle des Kinderumzuges – der abgesagt bleibt – wird die Narrenzunft Honolulu mit den Fasnachtsoriginalen der traditionellen Narrenleiter – Hilarius Immergrün, Elisi, Postheiri und weitere – sowie dem zugehörigen «Lokeli» in einem kleinen Umzug durch die Altstadt ziehen.

Es seien Gross und Klein eingeladen, sich kostümiert an diesem Umzug zu beteiligen, schreibt die Narrenzunft.

Ob die Chinderchesslete, die jeweils am Vortag stattfindet, steht noch nicht fest. Organisiert wird diese von der Vorstadtzunft. Ober der Vorstadtzunft Reto Huber erklärt: «Wir wollen zuerst abwarten, was der Bundesrat entscheiden und erst dann eine definitive Entscheidung fällen. So sind wir auf der sicheren Seite.» Er ist aber zuversichtlich, dass auch der Kinderanlass durchgeführt werden kann.

Bööggverbrönne und Närrische Abdankung

Am Aschermittwoch, 2. März, um 20 Uhr auf dem Märetplatz wird der Böögg verbrannt. Im Anschluss findet wieder die Närrische Abdankung in den Restaurants statt. Für diesen Anlass wird auch das geschlossene Zunfthaus zu Wirthen seine Türen öffnen, der Rote Turm und das Restaurant zum Alten Stephan sind ebenfalls wieder dabei.

Der Böögg soll in Solothurn wieder brennen (Archivfoto).

Der Böögg soll in Solothurn wieder brennen (Archivfoto).

Thomas Ulrich

Bekannt war bereits, dass die Umzüge durch Solothurn nicht stattfinden. Die Vorbereitungszeit dafür sei zu kurz. Der Ballzillus vom Fasnachts-Samstag im Landhaus findet auch definitiv nicht statt. Die Lulubar an der Hauptgasse werde hingegen den Barbetrieb aufnehmen.

«Wir sind sehr froh über diese Entwicklung», erklärt Ober Studer. Klar sei jetzt vieles improvisiert, aber das lasse auch Raum für Neues, wie der kleine Umzug am Schmutzigen Donnerstag beweise. «Ich bin gespannt, ob noch weitere spontane Aktionen entstehen.»

Auch Oberchessler Lupi kann die fünfte Jahreszeit kaum erwarten: «Wer auch nur ein Fünklein Narrenfeuer im Herzen hat, der freut sich», sagt er. Besonders seit der letztjährigen «Home-Chesslete». «Wir haben dieses Jahr auch die wichtige Aufgabe, nicht nur den Winter, sondern auch Corona zu vertreiben», meint er lachend.