Solothurn
Erster Einsatz seit 33 Jahren: Der renovierte Spitlight P.300.S zeigt sich an Filmtage-Eröffnung

Der frisch restaurierte Spitlight P.300.S des Museums Enter kam am Mittwoch bei der Eröffnung der Solothurner Filmtage zum Einsatz.

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Der Spitlight P.300.S an der Aare in Solothurn.
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Er projiziert den Filmtage-Trailer ans Landhaus
Anita Hugi im Gespräch mit Monika Schärer
Es war der erste Einsatz des Fahrzeugs seit 33 Jahren.

Der Spitlight P.300.S an der Aare in Solothurn.

sofi/Tanja Lander

Einige Solothurner haben ihn vielleicht schon am Montagabend am Kreuzackerquai entdeckt, den roten Spitlight. Das war aber nur eine Hauptprobe für den Einsatz am Mittwochabend im Rahmen der Solothurner Filmtage.

Dort leuchtete der Wolkenprojektor für die Eröffnung. Er bildete zusammen mit der Projektion des Filmtage-Trailers ans Landhaus einen glamourösen Hintergrund für die Eröffnungsrede von Bundespräsident Guy Parmelin und für das Gespräch zwischen Anita Hugi, der Direktorin der Filmtage und Monika Schärer von SRF.

Renovation abgeschlossen

Der Einsatz zelebrierte gleichzeitig auch den Abschluss der Restaurierungsarbeiten am Spitlight, der quasi frisch aus der Lackierkabine der Carrosserie Hess AG zu seinem ersten Einsatz seit 1988 gefahren kam.

Der Spitlight verkörpert unser Motto ‘Projektion – Blick nach vorn’ perfekt. Er verbindet die Geschichte der Projektionstechnik mit dem Blick in die Zukunft und unserer Region

, sagt Anita Hugi, die den Einsatz des Spitlights initiiert hat. Der Bedford-Lastwagen auf welchem der Spitlight aufgebaut ist wurde nämlich 1955 bei GM in Biel/Bienne, nach Plänen des Tessiners Gianni Andreoli, gebaut. Seit Herbst 2019 ist der Spitlight in der Sammlung des Museum ENTER in Solothurn.

Restaurierung dank Crowdfunding erfolgreich

Im Sommer 2020 lancierte das Museum ENTER ein Crowdfunding um den Weltrekordprojektor vor dem Verfall zu retten. Denn das Alter hat dem 65-jährigen Oldtimer zugesetzt. Die letzte Restauration lag bereits über 35 Jahre. Dank der grossen Unterstützung aus der Bevölkerung kamen über 30'000 Franken zur Deckung der Finanzierungslücke zusammen.

«In den vergangenen Monaten haben die Mitarbeitenden der Stiftung ENTER, das Team der BSU Zuchwil und der Carrosserie Hess AG perfekt zusammengearbeitet, um den Termin vom 20. Januar möglich zu machen», heisst es in einer Mitteilung des Museums. So sei sowohl die Fahrzeugtechnik als auch Lack und Innenraum zeitgemäss erneuert worden. «Es braucht Fingerspitzengefühl und Leidenschaft um eine solche Ikone zu restaurieren. Das ENTER ist nun um eine Attraktion reicher», wird der Präsident der Stiftung ENTER, Felix Kunz, zitiert.

Weitere Anfragen für Einsätze

«Der Einsatz an den Solothurner Filmtagen war der Erste seit 33 Jahren – aber sicher nicht der Letzte,» ist Museumsleiterin Violetta Vitacca überzeugt. Bereits liegen weitere Anfragen für Einsätze vor. Ihr Traum bleibt es, den Spitlight an der Winterolympiade 2026 in Cortina d’Ampezzo zu sehen – genau wie vor 70 Jahren bei seinem allerersten Einsatz.

sofi/Tanja Lander

An der Winterolympiade in Cortina d’Ampezzo 1956 hatte der Spitlight seinen grössten Auftritt. Dort wurden mit dem Projektor die Resultate und Zeiten der Athleten an die Dolomitwände projiziert. Es folgten Einsätze für Weltmarken in ganz Europa.

Der Spitlight wird ab Frühling 2021 für Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Jetzt geht er vorerst zurück zur Carrosserie Hess AG, um den letzten Feinschliff zu erhalten. Danach kommt er wieder in die Sammlung des Museum ENTER Solothurn, bevor er im Neubau in Derendingen einen Ehrenplatz erhalten wird. (mgt/szr)