Arno Camenisch, gibt es Erinnerungen, welche Sie mit den Literaturtagen verbinden?

Arno Camenisch: Die Literaturtage sind jedes Mal wieder ein ganz besonderer Anlass im Literaturkalender. Ich mag die entspannte, schöne Atmosphäre, die immer auch etwas Familiäres behalten hat und wo man viele Leute wieder trifft, die man vielleicht das ganze Jahr über nicht getroffen hat. Solothurn ist immer auch ein Begegnungsort.

Sie wohnen in Biel. Was hat Sie aus dem Bündnerland in den Berner Jura verschlagen?

Aufgewachsen bin ich in Tavanasa, und nach einigen Jahren in Chur war ich fünf Jahre im Ausland, drei davon in Madrid. Von Madrid bin ich dann nach Biel gezogen, wo ich am Literaturinstitut studiert habe. In Biel lebe ich nun seit elf Jahren und habe es schätzen gelernt, ich bin gerne da. Ich bin jedoch oft auch immer wieder in Graubünden für ein paar Tage, das brauche ich, da habe ich meine Wurzeln.

Wer ist Ihr Lieblingsautor und warum?

Da gibt es viele, die ich sehr schätze, und nebst Romanen lese ich auch sehr gerne Biografien, aktuell gerade die von Johnny Cash und die von Charly Chaplin.

Wie und warum fanden Sie zur Literatur?

Mit 17, 18 Jahren habe ich die Sprache für mich entdeckt, ab dann gab es kein Halten mehr. Mit dem Lesen habe ich so um die 20 angefangen, und vor allem in den drei Jahren, die ich in Madrid gelebt habe, habe ich sehr intensiv gelesen. Ich hatte einen Arbeitsweg von bis 2½ Stunden pro Tag, in der Metro, da haben mich die Bücher gerettet.

In einer Zeit, die rasend schnell ist, ist Literatur für mich immer auch eine Entschleunigung. Mal all die Geräte abschalten, die uns Tag und Nacht mit Informationen zudecken, und sich Zeit für ein Buch zu nehmen, ist etwas sehr Essentielles für mich.