Blumenkreationen

Engagierte Floristin geht in Pension und gibt Solothurner Geschäft auf

Marlise Studer nimmt bald Abschied von ihrem Floristik-Geschäft in der St. Urbangasse.

Marlise Studer nimmt bald Abschied von ihrem Floristik-Geschäft in der St. Urbangasse.

Marlise Studer gibt ihre Geschäftstätigkeit als Floristin auf. Ihren Laden wird sie nicht weitergeben - nach 18 Jahren ist endgültig Schluss mit ihren Blumenkreationen. Diese werden wohl unter anderem auch an der HESO und im Kloster fehlen.

Mit Blumen ist Marlise Studer gross geworden, Blumen bestimmten ihr Leben. Jetzt kommt es zum Knick: Ende September gibt die Floristin ihr Geschäft an der St. Urbangasse 27 nach 18 Jahren auf. «Ich gehe in Pension. Das Geschäft an eine junge Kollegin weiterzugeben war für mich keine Alternative. Dafür fehlt an diesem Standort die Laufkundschaft.»

Nein, sie werde auch nicht mehr zuhause Aufträge ausführen. «Einmal ist Schluss», gibt sie indirekt zu verstehen, was sie von so genannten «Garage-Bluemelädeli» hält. Auch müsse man aufhören, bevor äüssere Umstände wie Krankheit oder Altersbeschwerden den Ausstieg erzwingen. «Aber einige Tränen hat mich der Entscheid schon gekostet.»

Eine blumige Karriere

Schon in der Kindheit bestimmte die elterliche Gärtnerei das Leben von Marlise Frey. Wenn andere Kinder baden gingen, war ihre Mithilfe im Betrieb gefragt. Doch die Begeisterung für Blumen prägte ihren späteren Berufsweg. «Ich wollte nicht Gärtnerin werden, sondern etwas Kreativeres machen.» Und so lernte sie Floristin. 1972 verschlug es die junge Berufsfrau nach Solothurn, wo sie im Blumengeschäft Rust am Märetplatz eine Stelle annahm und bis 1984 dort auch als Geschäftsführerin wirkte. «1997 machte ich mich nach der Kinderpause selbstständig», erinnert sich die mit Rolf Studer verheiratete Mutter zweier Kinder.

Zuerst an der St. Urbangasse 33, dann in der eigenen Liegenschaft Nummer 27, führte sie vor allem kreative Kundenaufträge für Anlässe aus. Das Floristik-Geschäft sei inzwischen allerdings nicht einfacher geworden. Gesellschaftliche Veränderungen, aber auch die grosse Konkurrenz machten der Branche zu schaffen.

Viele Einzelgeschäfte und nebenamtliche Blumen-Anbieter, auch auf dem Märet buhlten um die Gunst der Kundschaft. «Früher brachten lediglich einige Bauern Feldblumen auf den Wochenmarkt», meint Marlise Studer – doch zunehmend würden auch Floristinnen am Samstag in der Altstadt eine Absatz-Nische suchen.

Adventsstimmung pur

Marlise Studer begnügte sich aber nicht nur mit ihrem Geschäft, sondern setzte sich aktiv für das ganze Stadtgewerbe ein. So wirkte sie jahrelang im Vorstand des seinerzeitigen Gewerbevereins mit, «und sehr wichtig war mir jeweils die Teilnahme an der HESO». Ihre kreativen Stände fielen an der Herbstmesse regelmässig auf, doch ihr ganzes Können konnte sie jeweils im Advent ausschöpfen: Mit der von ihr lancierten Ausstellung «Advent im Kloster» setzte sie jeweils einen adventlichen Akzent im Refektorium des Kapuzinerklosters.

Vor allem bewährte sich das Konzept, primär städtische Fachgeschäfte als Aussteller zu berücksichtigen. Die von der Stadt- und Gewerbevereinigung mit einem Anerkennungspreis bedachte Advents-Ausstellung wird nach der «Selbstpensionierung» von Marlise Studer durch Daniel Wagmann (Chuchilade/Grilllade) weitergeführt – auch wenn ihre stimmungsvollen Kreationen in den Klostermauern nur schwer zu ersetzen sein dürften.

Solothurn bleibt attraktiv

Mit Blick auf die hiesige Geschäftsszene ist Marlise Studer zuversichtlich, dass Solothurn seine Attraktivität trotz der zunehmenden Zahl von Filialketten behalten dürfte. «Alles ist für die Kundschaft sehr gut erreichbar, und die Touristen sind gerne hier.» Sorgen bereiten ihr aber die inzwischen horrenden Mietzinse in der besten Altstadtlage und der Druck auf die Fachgeschäfte durch den Internet-Handel. «Für die kleinen Geschäfte wird die Situation immer schwieriger», ist sie überzeugt.

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