Schulhaus Kollegium

Eine Perle, die nicht mehr glänzt – etliche Solothurner Schulgebäude benötigen Sanierung

Auch an der klassizistischen Ostfassade des Schulhauses Kollegium nagt der Zahn der Zeit.

Auch an der klassizistischen Ostfassade des Schulhauses Kollegium nagt der Zahn der Zeit.

Das Schulhaus Kollegium ist nur eines der etlichen Schulgebäude der Stadt, das auf die Sanierung wartet.

Auch es gehört zu den verschobenen Geschäften der letzten Gemeinderatssitzung: das Schulhaus Kollegium in der Altstadt. Es soll wieder zur Baustelle werden, nachdem 2017 bereits für 1,4Mio. Franken dessen Rollstuhlgängigkeit durchgezogen worden war. Nun wird am 18.Juni der Gemeinderat über einen Nachtragskredit von 2,3 Mio. Franken zu befinden haben. Das Projekt mit einer Kostenfolge von 2,4Mio. Franken sieht eine umfassende Sanierung des Daches und der Fassaden vor.

Das Stadtbauamt begründet das Sanierungsprojekt wie folgt: «Das Erscheinungsbild des historisch wertvollen Gebäudes ist durch die vorhandenen Mängel unvorteilhaft und keine Visitenkarte für die Stadt Solothurn. Die Schäden der verputzten Fassaden, Fenstergewände, der Spengler- und Holzarbeiten gehen durch eindringendes Wasser und durch das Alter der Materialien immer weiter und führen zu einem stetigen Materialabbau durch Abplatzungen.» Zudem gehe durch die fehlende Dämmung des Dachbodens und der Dachkonstruktion während der Heizperiode viel Wärmeenergie verloren, so das Amt.

Bis im Herbst 2021 wird es dauern

Das Projekt beinhaltet die Sanierung sämtlicher Fassaden ohne den Ersatz der Fenster, wobei über die Farbgebung und die Storen noch die Altstadtkommission zu befinden hat. Geplant ist auch die wärmetechnische Sanierung des Daches, wobei das gesamte Schulhaus eingerüstet werden muss. Der Schulbetrieb soll während der ganzen Bauphase, die vom Frühling bis in den Herbst 2021 geplant ist, aufrechterhalten werden. Allerdings muss ein Teil des Pausenplatzes im Kollegiumshof – jeweils beliebter Treffpunkt auch am Märetfescht – für die Baustelleninstallation abgesperrt werden. Ebenfalls bewohnt bleibt die vermietete Wohnung im Dachgeschoss, doch sollen die lärmintensivsten Arbeiten in den Schulferien erfolgen. Das Stadtbauamt sieht das Projekt als zwingend an, nur so könne der Zerfall der verschiedenen Bauteile gestoppt «und dem Gebäude ein seinem historischen Hintergrund entsprechendes Erscheinungsbild wiedergegeben werden».

Es gehört seit mehr als 350 Jahren zum Stadtbild

1646 wurde das heutige Schulhaus den Jesuiten als Wohnhaus zur Verfügung gestellt. Zwischen 1678 und 1702 wurde das Gebäude erweitert und zur Dreiflügelanlage umgebaut. Bis 1773 wurde das Haus als Jesuitenkollegium genutzt, bevor es dann ab 1833 als Kantonsschule diente. Zu diesem Zeitpunkt veränderte man den Grundriss und baute 20 Schulzimmer ein. 1882 wurde die Fassade nach klassizistischer Manier umgestaltet und das Gebäude als städtisches Schulhaus genutzt. Die letzte Fassadensanierung erfolgte vor 36Jahren. Heute sind im Schulhaus Kollegium fünf Schulklassen der Sekundarschule untergebracht – Ideen für eine Umnutzung oder gar Veräusserung der Immobilie wurden nie konkretisiert.

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Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

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