Dem Publikum präsentierten sich 135 Aussteller mit 340 Marken – zehn Prozent mehr Aussteller und gar zwanzig Prozent mehr Marken als im Vorjahr.

Der E-Bike- und speziell der E-Mountain-Bike-Boom zeichnen dafür verantwortlich. 2018 wurden in der Schweiz 345’313 Fahrräder verkauft, ein Plus von 2.1 Prozent. Ein Drittel davon waren E-Bikes, das E-Mountainbike mit einem Zuwachs von 50,6 Prozent der absolute Spitzenreiter. Für Testzwecke standen 400 Räder bereit. Die Stimmung war konzentriert, ausgerichtet auf Fachgespräche und -auskünfte.

Knautschzone für den Kopf

Auf einem Rundgang stellte Stefan Flury, SRF3-Moderator und -Produzent sowie Mountainbike-Experte, Entwicklungen und Neuheiten vor. Das Zweirad ist auch ein Unfallrisiko, der Schutz des Kopfes mit dem Gehirn besonders wichtig. Im April dieses Jahres ist eine Helm-Neuentwicklung herausgekommen. Dank einer komprimierbaren Zellstruktur in der Innenseite funktioniert diese wie eine Knautschzone. Sie absorbiert die Aufprallenergie und schützt vor harten Schlägen. Ebenso neu ist eine Federgabel, bei der die Reibung bleibt. Sie spricht feiner an und reagiert schneller.

Eine kroatische Firma hat zusammen mit einem Autohersteller ein E-Mountainbike mit einer selbst gebauten Batterie mit 700 Watt-Leistung und einem österreichischen Motor konstruiert. Zudem können mit einer App oder Handy vorne und hinten einminütige Bildaufnahmen gemacht werden. Auch ein Fitness-Tracker kann angeschlossen werden. Dank einer Telekommunikationsfirma sind in 120 Ländern ähnlich wie mit einem GPS-System Distanz, Höhenmeter und Batterieverbrauch zu berechnen.

Präsentiert wurde das aktuelle Hightech-Sportgerät von Weltmeister und Sportler des Jahres 2018 Nino Schurter. Dieses Rad kommt übrigens nächstes Jahr in den Verkauf. «Mit rasierten Beinen hat ein Athlet acht Prozent weniger Luftwiederstand», erzählte Flury. Im Gegensatz zu früher mit vollgepumpten Reifen um die elf Bar kommen diese heute mit einem Bar aus. «Zusammen mit breiteren Reifen und weniger Luftdruck ist man schneller, hat weniger Vibrationen aufzufangen und verbraucht weniger Energie», verriet Flury eine neue Erkenntnis, die vor einem halben Jahr im Rennsport Einkehr hielt.

Eine Top-Neuheit ist eine Velotransport-Tasche, die am Freitag erstmals vorgestellt wurde. Sie wird mit einer Velopumpe aufgepumpt und das Rad muss nicht mehr demontiert werden. Versorgt kann sie wie ein Skisack werden. Ein Revival erlebt in der Schweiz die Disziplin Radquer. Neudeutsch heisst sie jetzt Cyclo-Cross. So findet im nächsten Jahr im luzernischen Eschenbach nach langem Unterbruch wieder eine Weltmeisterschaft in der Schweiz statt. Für das Cyclo-Cross wurden im Rennlenker zwei Elemente eingebaut, mit denen man die Sattelstütze absenken und den Bremshebel für das Hinterrad betätigen kann. Bei einem weiteren Modell sind Batterie und Motor herausnehmbar.

Bei den Rennvelos ist der Elektro-Antrieb kein Thema. Eine erst 2015 gegründete Schweizer Firma hat im Baukastensystem einen Dämpfer auf den Markt gebracht, der vor Wasser und Dreck schützt, wenig Pflege bedarf und mit dem auch der Lenkwinkel verstellt werden kann – ein Nischenprodukt für den Trail- und Endurobereich. Übrigens, auf der ganzen Welt gibt es eine Milliarde Velos und nur 60 Millionen Pferde!