Solothurn Stadt
Ein neuer Laden am Rossmarktplatz: «Wir verkaufen alles rund um die Hanfpflanze»

In der Vorstadt werden neu CBD-Produkte verkauft. Entstanden ist die Idee während des Lockdown. Zudem hängt im Laden jeden Monat ein Bild eines anderen Künstlers.

Judith Frei
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Pat Lerch und Teodora Frank sind seit diesem Jahr auch geschäftlich ein Paar.

Pat Lerch und Teodora Frank sind seit diesem Jahr auch geschäftlich ein Paar.

Tom Ulrich

Am ehemaligen K-Kiosk beim Rossmarktplatz 1 sind die Rollladen wieder oben. Die kleine Verkaufsfläche hat sich radikal verändert. Schleckzeug, Zeitungen und Tabakwaren sucht man vergeblich. «Wir verkaufen alles rund um die Hanfpflanze», erklärt Teodora Frank. Sie führt den Laden hanfexpert.ch mit ihrem Partner Pat Lerch, der mehr hinter den Kulissen tätig ist. Zusammen haben sie im Frühjahr ihre eigenen CBD-Produkte entwickelt. Die Idee, sich mit diesem Inhaltsstoff auseinanderzusetzen, kam ursprünglich von Lerch. Der Designer hatte Anfang Jahr einen Kunden, der CBD-Produkte verkauft. «Mich hat das sofort überzeugt», sagt er.

Während des Lockdown entwickelt

Seine Partnerin Teodora Frank war da zu Beginn skeptischer. Denn seit einigen Jahren hat sie eine Autoimmunkrankheit, die sie urplötzlich auf gewisse Produkte allergisch reagieren lässt. «Es kann sein, dass ich plötzlich auf Kamillentee allergische reagiere oder auf eine Crème», erklärt sie. Sie hat über die Jahre gelernt, neue Produkte mit Vorsicht zu probieren.

Öl hat eine entspannende Wirkung auf sie

Während des Lockdown im Frühling wurde sie durch die Begeisterung ihres Partners neugierig auf die Hanf-Pflanze und hat Bücher gelesen und Produkte ausprobiert – sei es Crèmes oder das CBD-Öl. Überzeugt von dem Resultat fingen sie an, eigene Produkte zu entwickeln. Cannad’ora ist das Resultat: verschiedene CBD-Öle, ein Balsam und eine Körperlotion. Über die Wirkung kann Frank nichts Allgemeingültiges sagen: «Jeder Körper reagiert anders und man muss die Produkte sorgfältig ausprobieren», meint sie.

Sie kann nur mit absoluter Sicherheit sagen, wie sie selbst auf die Produkte reagiert. Seit sie sie verwendet, benötigt Frank keine Steroiden mehr gegen ihre Autoimmunkrankheit. Das CBD-Öl hat eine entspannende Wirkung auf sie. «Kurz bevor wir den Laden eröffnet haben, hatten wir sehr viel zu tun. Das Öl hat mir geholfen, mich am Abend zu entspannen», erklärt sie.

Der Laden ist auch eine kleine Galerie

Cannabis hat die gebürtige Ungarin nie interessiert. Früher war sie in ihrer alten Heimat Filmproduzentin und hatte viel Kontakt mit Leuten, die Cannabis rauchten. «Ich mag das nicht. Das stinkt so», meint sie und lacht. Ihr Produkt bringt sie nicht mit dem THC-haltigen Hanf in Verbindung. «Das ist ganz etwas anderes», meint sie. Auch Lerch ist überzeugt, dass es an der Zeit sei, die Cannabinoid aus der Schmuddelecke in die Mitte unserer Gesellschaft zu holen.

Die Produkte haben sie zuerst im Internet verkauft, doch war für sie klar, dass sie auch den direkten Kundenkontakt wollen. «Ich berate gerne und teile meine Erfahrung», erklärt Frank. Doch nicht nur ihre eigenen Produkte bieten sie an, sondern auch Hanf-Tee, Hanf-Schokolade, Kleider und vieles mehr.

Werke von verschiedenen Künstlern auf Verpackung

Der leerstehende Kiosk war eine Traumlösung für das Paar. «Jede Schraube in diesem Laden haben wir selbst rein gedreht», meint Lerch stolz. «Dieser Laden ist auch die kleinste Galerie in der Stadt», meint der kunstaffine Designer. Ein Bild von der Solothurner Künstlerin Ruth Lerch hängt momentan an der Wand. Jeder Monat wird ein anderes Kunstwerk dort hängen - nicht nur die Werke seiner Mutter. Die Kunst ist nicht nur an den Wänden vertreten. Auch auf der Verpackung von ihren Produkten sind Werke von verschiedenen Künstlern abgedruckt.