Betroffene Personen haben wenig Verständnis für das neue digitale System der Kantonspolizei Solothurn.

Tele M1

Solothurn
«Ist das ein Aprilscherz?»: Unmut über das neue QR-Busszettelsystem, das seit Anfang April auch die Stadtpolizei anwendet

Erst kürzlich hat der Kanton Solothurn auf ein digitales Busszettelsystem umgestellt. Auch die Stadtpolizei braucht nun das neue System, das einigen sauer aufstösst.

Online-Redaktion
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Im Kanton Solothurn gilt neu – mit der Ausnahme von Grenchen – ein neues Busszettelsystem. Denn die Kantonspolizei Solothurn treibt die Digitalisierung voran und erfasst Ordnungsbussen nun digital.

Anfang Jahr wurde das neue System bereits in Olten getestet. Ende März wurde es im Kanton Solothurn ausgebaut und ab April nun auch in der Stadt Solothurn eingeführt. «Die ersten Erfahrungen in Olten zeigen, dass sich auf diese Weise nicht nur der administrative Aufwand, sondern auch Abläufe und die Bezahlung erheblich vereinfacht haben», teilte die Kantonspolizei Solothurn Mitte März mit.

Das sehen nun aber zahlreiche Betroffene deutlich anders, wie ein Beitrag von Tele M1 zeigt, der sich auf die Stadt Solothurn bezieht. «Kein Betrag, keine Nummer, kein Datum», beschwert sich etwa eine Person. Und ergänzt:

«Ich weiss nicht, ob das ein Aprilscherz ist.»

Auf dem neuen Bussenzettel sind nämlich nicht mehr alle Informationen zu finden. Zu sehen ist dafür ein grosser QR-Code. Wer diesen scannt oder auf der Website bussen.stadt-solothurn.ch die Bussen-Nummer und das Kontrollschild eingibt, kann alle Details zur ausgestellten Busse einsehen und diese mittels Kreditkarte oder Twint bezahlen.

Der neue Bussenzettel der Stadtpolizei Solothurn.

Der neue Bussenzettel der Stadtpolizei Solothurn.

Screenshot Tele M1

Das sorgt bei vielen für Unverständnis und Verwirrung. Eine Frau beklagt sich gegenüber dem Regionalsender, dass man so gar nicht wisse, was man falsch gemacht habe. «I chume nid druus», sagt sie.

Doch eigentlich müssten auch Personen ohne Smartphone oder Internetzugriff nicht am neuen System verzweifeln. So kann man einen Einzahlungsschein telefonisch bestellen und erhält diesen per Post zugestellt. Auch wer die fällige Busse nicht bezahlt, erhält nach 30 Tagen einen Einzahlungsschein per Post.

Wer nun einfach schlicht denkt, den Busszettel an ein anderes Auto zu hängen, schaut ebenfalls in die Röhre. Denn ohne die passende Autonummer wird auf dem Onlineportal auch keine Busse angezeigt, wie Nicole Adam von der Stadtpolizei Solothurn erklärt.