Solothurn
Ein Ständchen zum Abschluss: Kurt Fluris letzte Gemeinderatssitzung nach 28 Jahren

An der letzten Gemeinderatssitzung von Kurt Fluri wurde debattiert, gestritten und zum Schluss gar noch gesungen.

Judith Frei
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Die letzte Gemeinderatssitzung von Kurt Fluri

Die letzte Gemeinderatssitzung von Kurt Fluri

Hanspeter Bärtschi

Wäre es nach Kurt Fluri gegangen, wäre die gestrige Gemeinderatsitzung wie jede andere verlaufen, obwohl es nach fast drei Jahrzehnten seine letzte Sitzung als Stadtpräsident war. «Der Gemeinderat ist wichtiger als der Apéro danach», meinte er scherzend zur Begrüssung. Schon die ersten Traktanden zeigten: Jetzt treten neue Köpfe auf die politische Bühne.

Die Wahl von Stefanie Ingold als Stadtpräsidentin und Pascal Walter als Vize-Präsident wurden bestätigt. Der Noch-Stadtpräsident Kurt Fluri gratulierte den Gewählten und bedankte sich für das Engagement im Wahlkampf:

«Eine Wahl ohne Auswahl ist eine halbbatzige Sache»,

so Fluri. Weiter: Das Engagement zeige auch, dass es ein gesundes politisches Leben in der Stadt gebe.

Durch die Änderungen in der Exekutive und der neuen Legislaturperiode wurden zudem neue Vertreter der Einwohnergemeinde der Stadt Solothurn in den anderen Verwaltungen und Korporationen gewählt. Dabei ging es unter anderem um Verwaltungsratsmandate für die Regio Energie Solothurn, den Busbetrieb Solothurn und Umgebung oder die Stiftung Zentralbibliothek Solothurn.

Die letzte Gemeinderatssitzung von Kurt Fluri.

Die letzte Gemeinderatssitzung von Kurt Fluri.

Hanspeter Bärtschi

Nach der Wahl der neuen Köpfe fand auch hier Fluri lobende Wort: «Es zeigt immer wieder, dass wir hier eine breite Auswahl von Menschen haben, die sich für die Ämter interessieren, von denen man nicht leben kann, die aber interessant sind.»

Nicht nur die Köpfe sind neu, sondern auch die Organisation wird neu aufgestellt. Die im letzten Januar von der Stimmbevölkerung angenommene Teilrevision der Gemeindeordnung, die eine Neuorganisation des Gemeinderats in Ausschüssen verlangt, kam nun auch einen Schritt weiter. Die Zusammensetzung und die Vorsitzenden der vier Ausschüsse wurden ohne Diskussionen gewählt.

Während der Sitzung hätte man schon fast vergessen können, dass es eben die Letzte für Fluri ist. «Ist es jetzt wirklich die Letzte gewesen?», fragte auch Franziska Roth (SP) in ihrer Abschiedsrede in’s Plenum.

«Deine Dossierkenntnis und deine Belesenheit sind legendär»,

fuhr sie fort. «Es ist mir eine Ehre, dass ich dir im Namen des Gemeinderats ‹Danke› sagen kann. Merci für deine 28 Jahre», meinte sie abschliessend und fügte noch an: «Ich nehme an, dass du nach dem Apéro nicht direkt nach Hause gehen wirst, sondern noch ins Büro gehst. So wie’s immer schon gewesen ist.»

Er sei kein Statistiker, aber das müsse ungefähr die 320. Sitzung gewesen sein, fügte Fluri an. Er habe die Sitzungen immer geschätzt, da mit Leidenschaft und Herz diskutiert werde.

Bei der Rede von Roth blieb es zu seiner sichtlichen Überraschung aber nicht: Der versammelte Gemeinderat sang ihm zum Abschied das Solothurner Lied.

Ein Ständchen zum Abschied von Kurt Fluri.

Marius Fellinger

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