Solothurn

Die Kulturtexter für Ruhm und Ehre: zmitz.ch besteht seit 5 Jahren

Fabian Gressly und Lucilia Mendes von Däniken.

Fabian Gressly und Lucilia Mendes von Däniken.

Das regionale Online-Kulturportal zmitz.ch blickt auf sein fünfjähriges Bestehen zurück.

«Ich blogge, weil Kultur uns Lichtblicke und Sternstunden schenkt», so umschreibt eine Bloggerin des regionalen Online-Kulturportals zmitz ihr Ehrenamt. Lichtblicke und Sternstunden hat das Team mit rund zehn Stammschreibern in den vergangenen fünf Jahren seines Bestehens seinen Lesern einige beschert – «gegen 1500», rechnen Fabian Gressly und Lucilia Mendes von Däniken vor. Die Mission, die sich die beiden Redaktionsleiter und Initianten auf die Fahne geschrieben haben: das kulturelle Leben der Region zwischen Grenchen und Oensingen bis in die Region Thal in Wort und Bild unter www.zmitz.ch abzu-
bilden.

Rückendeckung regionaler Kulturschaffender

Am Anfang des Onlineportals stand einerseits der Wunsch von Gressly und Mendes von Däniken, der Kultur der Region eine Plattform zu bieten. Ähnliche Absichten trug die Institution Solopool, also der Zusammenschluss regionaler Kulturschaffender, mit sich herum. Man tat sich in der Planung zusammen und «in Absprache mit Solopool haben wir dann zmitz gestartet», erinnert sich Gressly. Ebenso aber wollte man die unter Solopool nicht erfassten Gemeinden, konkret die Region Thal sowie Grenchen, in den Wirkungskreis mit einschliessen. Heute umfasst der «Mitarbeiterstab» Blogger aus dem ganzen Einzugsgebiet. Ein aufs gleiche Gebiet angepasster Veranstaltungskalender rundet das Angebot von zmitz ab.

Und so funktioniert das Portal nach einem bewährten Prinzip: In enger Zusammenarbeit mit Kulturveranstaltern stellt die Redaktionsleitung ihren Bloggern Anlässe mit Solothurner Bezug vor. Mittlerweile steht sie bereits mit Agenturen aus Bern und Zürich in Kontakt, sofern es sich um einen Künstler mit Solothurner Bezug handelt. Anschliessend meldet sich aus dem Pool an Bloggern, wer Interesse hat, über das jeweilige Konzert, die Vernissage, Lesung oder andere Veranstaltung zu schreiben. «Wir verpflichten niemanden. Jene Person wird akkreditiert und erhält neben Ruhm und Ehre für ihren Blogbeitrag freien Einlass», erklärt Lucilia Mendes von Däniken. Anschliessend wird der Text der Redaktionsleitung zugestellt und nach Sichtung und allfälligen Anpassungen hochgeladen.

Die Sprache der Blogger ist eine andere als jene, die man aus dem üblichen Journalismus kennt, wissen die Redaktionsleitenden – nicht zuletzt aus ihrer eigenen früheren Erfahrung im Tagesjournalismus. «Die subjektive Sicht, in der man oft auch kritischer sein kann, steht im Vordergrund. Und die Ich-Form gehört natürlich dazu.» Trotzdem werde an journalistischen Standards festgehalten, so Gressly: «Die Texte müssen unabhängig sein. Ein Blogger sollte nicht über sein eigenes Konzert schreiben, es sei denn, es handelt sich um eine bewusst gewählte Perspektive hinter die Kulissen des Anlasses.» Dies gilt umso mehr, als dass viele der Blogger selbst gut vernetzte Kulturschaffende sind. Befeuert werden die Beiträge unter zmitz durch werbende Facebook-Links und neuerdings auch durch Blickfänger unter Instagram.

Wo die Grenzen des Machbaren spürbar sind

So dankbar die Kulturschaffenden für die Dienstleistung hinter zmitz auch sind: Man kennt die Begrenzungen einer Region, man kennt ihre immense Kulturdichte: «Wir wissen, dass es unmöglich ist, so viele Ressourcen bereitzustellen, um das kulturelle Angebot von Stadt und Region gänzlich abzubilden.» Ursprünglich bestand sogar die Idee einer regelmässigen, gedruckten Publikation: «Papier ist ein wertiges Medium, das viele anspricht, die sich in den sozialen Medien und im Internet nicht zu Hause fühlen», sagt Mendes von Däniken, wohlwissend, dass es ein finanziell nicht realisierbarer Wunschtraum bleiben dürfte. «Dazu bräuchte die Kulturregion eine kritische Grösse, die Solothurn wohl nicht besitzt», sagt Gressly.

Kulturelle Netzwerkarbeit wird immer wichtiger

Zmitz ist als Verein organisiert, die ziemlich bescheiden gehaltenen laufenden Aufwendungen werden durch Beiträge der rund 30 Mitglieder bestritten. Den Vereinsvorstand bilden die beiden Redaktionsleitenden, die einmal pro Woche einen Sitzungshalbtag für administrative und strategische Zwecke aufwenden. Regelmässige Treffen mit Solopool und den Bloggern sowie die immer wichtigere Netzwerkarbeit mit Veranstaltern runden das Arbeitetat der beiden ab. Dazu kommen die unzähligen Mann- und Fraustunden der Blogger, zu denen sich Gressly und Mendes von Däniken auch zählen. Darunter gibt es die Vielschreiber und jene, die sporadisch Beiträge einreichen, aber dem Portal mit ihrem grossen Kulturwissen zur Seite stehen.

Doch worin besteht die Motivation, sich mit viel Elan und Herzblut für die Solothurner Kultur einzusetzen? «Es ist schön zu sehen, dass wir je länger je mehr wahrgenommen werden. Das motiviert natürlich», sagt Gressly. Derweil blickt Lucilia Mendes von Däniken auf fünf Jahre zurück, die zwar nicht ohne Krisen vorübergezogen sind: «Und trotz allem gehst du mit jedem neuen Beitrag und jedem neuen Kontakt der Kultur noch tiefer auf den Grund. Das macht uns Spass.»

Jubiläumskonzert «zmitz ir Stadt» mit Ruedi Stuber, Sven Düscher, Myriam Brotschi Aguiar sowie Claudia Stephani und das 1-Uhr-Orchester. Am Sa, 14. März, um 20 Uhr im Stadtkeller am Märetplatz.

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