Artists in Residence

«Die Aare wird Thema in einer meiner nächsten Serien sein»

Peata Larkin, neuseeländische Gastkünstlerin im Künstleratelier des Alten Spitals

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Peata Larkin, neuseeländische Gastkünstlerin im Künstleratelier des Alten Spitals

Die neuseeländische Gastkünstlerin Peata Larkin schuf in kurzer Zeit im Alten Spital eine Vielfalt an Kunstwerken.

Viel mehr Platz ist nicht für Peata Larkin im Künstleratelier. Wer im Kreativraum des Alten Spitals um sich blickt, sieht die Fülle an Arbeiten, die die Neuseeländerin in knapp zwei Monaten vollbracht hat. «Sobald ich loslege, bin ich kaum zu stoppen», sagt sie.

Dennoch sei der Aufenthalt im Alten Spital eine künstlerische Verschnaufpause, «nach einer langen Zeit mit Auftragsarbeiten», die zuhause ihren Terminkalender füllten. Dazu zählt auch der grösste je in Neuseeland vergebene öffentliche Kunstauftrag. Sie gestaltete mit 13 500 Kacheln den Aussenraum des Internationalen Konferenzzentrums in Auckland, das heuer noch eröffnet wird.

«Mehr Experimentalzeit für mich»

Umso mehr bot ihr Solothurn in den vergangenen Wochen die Gelegenheit, sich stattdessen wieder der «experimental time» zu widmen. Dafür ist das «Artists in Residence»-Programm, das Larkin aufgrund des erlangten «Wallace Arts Trust»-Awards wahrnimmt, schliesslich auch gedacht. Dennoch zog ihre Devise «Ich schaue mal, wohin meine Kunst mich führt» eine stattliche Werkfülle nach sich.

Unter anderem widmete sie sich der Solothurner Zahl: «Die Bedeutung der ‹Elf› faszinierte mich.» Das Faszinosum liess sie in eine Serie einfliessen, die sie als «Studie» bezeichnet – wobei «einfliessen» im wortwörtlichen Sinn zu verstehen ist: Dicke Tropfen bunter Farbe treten reliefartig hervor und scheinen von den beiden zur «Elf» stilisierten Strichen gegen den Erdmittelpunkt zu fliessen.

Oft verpasst Larkin ihren Werken Löcher, Schnitte oder Erhebungen, sodass deren Wirkung auch den Raum davor und die Wand dahinter mitgestaltet. Dass einige Betrachter trotz «Nicht berühren»-Hinweisen auch mal mit den Fingern «betrachten», freut sie. «Aber meine Galeristen mögens weniger.»

Eine Ausstellung «so klar wie Schlamm»

Das Konzept der im Fluss erstarrten Farbe steht in Zusammenhang mit Larkins Kindheit und mit Rotorua, einem für geothermische Aktivitäten bekannten Ort, wo aus Schlammbecken dickflüssige Blasen hervorplatzen. Es war diese Erinnerung, die sie ermutigte, das Phänomen künstlerisch auszureizen. Daran angelehnt ist auch der Ausstellungstitel «Clear as mud», eine sarkastische Wendung: «So klar wie Schlamm».

Vor dem Hintergrund ihrer Maori-Wurzeln beschäftigte sich Larkin auch mit kultureller Aneignung. Muster der indigenen Kultur wie das Fischmotiv Patiki-tiki dienen oft als Vorlage für industriell gefertigte Textilmuster. Diese übermalt Larkin im Sinne einer «Rück-Aneignung» mit eigenen Mustern, wodurch sich je nach Lichteinfall eine Interaktion von Strukturen ergibt.
«Während meiner Ausstellung in Solothurn möchte ich das Publikum an meiner Verrücktheit teilhaben lassen, etwas, was ich bisher noch nie tat.»

So kündigt sie ihre Werkschau an, die ab Donnerstag, 11. Juli, (Vernissage um 19 Uhr im Alten Spital) bis 20. Juli dauert. Damit geht auch der Aufenthalt Larkins, die hier mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen wohnte, zu Ende. Eins weiss sie mit Blick aus dem Fenster allerdings schon jetzt: «Die Aare wird Thema in einer meiner nächsten Serien sein.»

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