Solothurner Wetter

Der Winter gibt sich nicht geschlagen

Die Baustelle des Kurhauses Weissenstein hatte im Januar genauso mit Schnee zu kämpfen wie im April.

Die Baustelle des Kurhauses Weissenstein hatte im Januar genauso mit Schnee zu kämpfen wie im April.

Der April 2019 war zwar etwas zu warm und recht trocken - doch immer wieder trübte polare Kaltluft die Frühlingsgefühle. Und es geht wohl in diesem Stil weiter.

Der April 2019 war etwas zu warm und deutlich zu trocken. Doch auch der Winter huschte immer wieder vorbei. Mit einem Monatsmittel von 10,1 Grad schnitt der April im Gegensatz zu den Vormonaten nur mässig zu warm ab. Das halbe Grad weicht von den 1,5 Grad Wärmeüberschuss in anderen Landesteilen, insbesondere der Föhnregionen ab.
Zum Vergleich: Im rekordwarmen Vorjahr hatte der zweite Frühlingsmonat in Solothurn mit einem Mittel von 13,4 Grad den Langzeitwert gleich um fast 4 Grad getoppt. Damals war der April schon äusserst trocken gewesen, diesmal kamen in Solothurn wenigstens 49 Liter Wasser pro Quadratmeter zusammen, was klar unter dem halben Monatsdurchschnitt liegt. Im Wallierhof Riedholz war es mit 68,1 Litern pro Quadratmeter etwas nasser.

Weisse Überraschung

Noch mit durchaus angenehmen 17 Grad und reichlich Sonne startete der April, um dann schon am 3. und 4. Tag sein ganz hässliches Gesicht zu zeigen: Innert 48 Stunden fielen in Solothurn 30 Millimeter oder Liter Niederschlag, wovon zuletzt mehr als die Hälfte in Form von Schnee. Am 5. April war die respektable Schneedecke bereits wieder Geschichte – das Phänomen hatten wir allerdings auch schon: Am 5. April 2006 fiel noch wesentlich mehr Neuschnee, und am 15./16. April 2005 hielten sich die 15 cm fast drei Tage lang!
Nach zwei frostigen Morgen erholten sich Temperaturen bei Bise nur sehr zögerlich. Immerhin sollte es bis zum 16. April völlig trocken bleiben. Von der sonnigen Seite zeigte sich die Karwoche, und auch über die Ostertage herrschte angenehme Wärme – nur verschiedentlich durchziehende Wolkenfelder trübten den fast sommerlichen Gesamteindruck.

Nochmals winterlich?

Doch aufs Monatsende setzte sich nochmals feuchte Polarluft durch und polierte die Niederschlagsbilanz mit Schauerwetter, angereichert durch Graupelkörner, auf. Auch die Jurakrete schimmerte nochmals weiss durch die Wolkenbänke.

Nach der kurzen Wetterbesserung zum Start des Wonnemonats Mai droht nun erneutes Ungemach: Auf den Sonntag könnte Frau Holle gar weit runter wieder ihre Kissen schütteln. Und auch wenn landauf, landab die Badis öffnen: Ein trockener, warmer Frühsommer taucht nirgends auf dem Radar auf – es dürfte nur mässig warm und recht wechselhaft bleiben.

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Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

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