Solothurner Kammerorchester
Das Schönste erklang zum Schluss

Das Solothurner Kammerorchester konzertierte mit Nicolas Corti.

Gundi Klemm
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Das Solothurner Kammerorchester (archiv)

Das Solothurner Kammerorchester (archiv)

D200

Mit dem abschliessend gespielten «Andante e Rondo ungarese» op. 35 von Carl Maria von Weber machten Solist Nicolas Corti und die Mitglieder des instrumental reich besetzten Solothurner Kammerorchesters (SKO) ihr Publikum besonders glücklich. Der herzliche Beifall galt dem Solisten, der das kapriziöse Thema mit vielfachen farbigen Refrains virtuos interpretierte.

International ausgebildet und in verschiedenen Kammermusikensembles tätig verfügt er über eine begeisternde Technik. Und natürlich gelang auch ein feinnerviges Zusammenspiel mit allen SKO- Instrumentalisten mit Flöten, Oboen, Fagotte, Hörnern, Pauken und Streichern. Wer den Namen Carl Maria von Weber (1786-1826) hört, denkt an seine Volksopern und insbesondere an das naturhafte Werk «Der Freischütz». Der aus dem norddeutschen Eutin stammende Komponist hatte in seiner Kunst zwar die Vorbilder nicht vergessen, immerhin «lernte» er bei Michael Haydn, doch er baute die Instrumentierung in seinen Schöpfungen weiter aus.

Wirbelndes Spiel

Der Einsatz von Bläsern – viele seiner Kompositionen widmete er der Klarinette- erweiterte Spielmöglichkeiten und Farbigkeit der Musik. Genau dies war im Rondo zu hören, das Nicolas Corti auf seiner Viola oder Bratsche als «Alt-stimmige» Schwester der Violine stimmungsvoll mit prägnanter Unterstützung von Bläsern und im Dialog mit den Streichern zauberte: ein übermütig-wirbelndes Spiel, das durch zarte musikalische Gedanken abgelöst wurde.

Im eröffnenden viersätzigen Konzert für Viola und Streicher G-Dur von Altmeister Georg Philipp Telemann (1681-1767) liess sich die barocke Vielfalt in Formen, Ausdruck und spielerischer Leichtigkeit erleben. Soli- und Tutti-Partien durchdrangen sich auf betörende Weise. Denn dem SKO und seinem Dirigenten Urs Joseph Flury liegen und gelingen Kompositionen von der Barockzeit bis zur Romantik besonders gut. Um aber die aufmerksame Wertschätzung im Publikum zu erhalten, würde ein kurzer moderner Konzert-Impuls aufeinander folgende Stücke mit stilistischen Aehnlichkeiten -drei waren es an diesem Anlass- durchaus auflockern.

Warum «Maria Theresia»?

Motivische Verflechtungen prägten auch das danach aufgeführte dreisätzige Konzert für Viola und Orchester-D-Dur von Franz Anton Hoffmeister (1754-1812). Gut mit Mozart bekannt entsprachen dessen Tonsprache und eleganter Stil den Satzbezeichnungen.
Wieso die viersätzige Sinfonie C-Dur Hob.I:48 von Franz Joseph Haydn (1732-1809) den Titel «Maria Theresia» trägt, konnte auch Orchesterpräsident Ulrich Lips in seinem Kommentar nicht klären. Insgesamt vermittelt das Werk festliche Atmosphäre und ein zuweilen majestätisches Klangbild.

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