Soll die Stadt das altehrwürdige Laubsägelihaus an der Zuchwilerstrasse unter Schutz stellen oder nicht? Eine relativ knappe Mehrheit von 18 gegen 10 Stimmen bei einer Enthaltung im Gemeinderat sagte am Dienstag Nein zur Unterschutzstellung.

Ganz im Gegensatz zur kantonalen Denkmalpflege, die einem Abriss des historischen Gebäudes nicht zustimmen kann. Stark für das Laubsägelihaus hatten sich auch die Anwohner Timon Lüthi und Romano Mombelli gemacht und in einer Petitio dieser Zeitung gegen 250 Unterschriften für den Erhalt des Ensembles gesammelt.

Sehr bedauerlich, aber...

Im Ratssaal zeichneten sich die Fronten bald einmal ab: Eine gespaltene SP und SVP, eine FDP- und CVP/GLP-Fraktion, die klar für den Antrag des Stadbauamtes votierten, angesichts des schlechten baulichen Zustandes auf einem Schutz zu verzichten. Zuvor hatte Bauamtsleiterin Andrea Lenggenhager noch präzisiert, dass der Regierungsrat ebenfalls gegen eine Unterschutzstellung des Objekts sei. «Das Laubsägelihaus gehört zu Solothurn», wehrte sich gegen den drohenden Abriss für die SP-Mehrheit Katrin Leuenberger.

Sie und auch die die Grüne Melanie Martin sahen im Verzicht auf eine städtische Unterschutzstellung «ein falsches Zeichen» an die Besitzer solcher schützenswerter Liegenschaften, die diese einfach vergammeln liessen, um sie dann zuletzt abreissen zu können.

Dazu meinte Stadtpräsident Kurt Fluri leicht fatalistisch: «Wir sind darauf angewiesen, dass Hauseigentümer zu ihren Liegenschaften Sorge tragen. Zu Investitionen zwingen können wir sich nicht.» Nicht möglich sei es auch, sie zu enteignen oder zu einem Verkauf zu zwingen.

Immerhin stellte sich der Rat klar hinter den Antrag des Stadtbauamtes, dass nach dem Abriss ein «qualitätssicherndes Konkurrenzverfahren» für einen Gestaltungsplan und damit eine neues Projekt sorgen soll, welches der Bedeutung des Areals entspreche. «Dieses ist im Hinblick auf die Gestaltung des Hauptbahnhof-Gebiets Süd sehr wichtig», hatte Andrea Lenggenhager schon in der Eintretensdebatte betont. Vor wenigen Monaten war vom Stadtbauamt dazu einen entsprechender Studienauftrag präsentiert worden.

Hoffnung für Dornacherplatz

Zuvor hatte man sich mit einem Geschäft befasst, dass de facto schon von der Gemeinderatkommmission GRK entschieden worden war, aber in die abschliessende Kompetenz des Gemeinderats fällt: der Kauf des Pavillons auf dem Dornacherplatz vom bisherigen Besitzer Serkhan Dagci für 270'000 Franken. Seit 2009 war es dem kleinen Beizli auf dem Platz wirtschaftlich schlechter und schlechter gegangen, jetzt hofft die Stadt mit einer Verpachtung an die Vereinigung Pro Vorstadt oder dessen Präsidenten Martin Tschumi auf neue Impulse am Dornacherplatz.

Die Stadt will den ganzen Pavillon auf dem Dornacherplatz erwerben.

Die Stadt will den ganzen Pavillon auf dem Dornacherplatz erwerben.

Der Gemeinderat war unisono derselben Meinung, die Frage der SP nach dem Verlust beim 2006 eingefädelten Geschäft konnte dagegen Finanzverwalter Reto Notter nicht beantworten. Er machte aber klar, dass ein tieferer Kaufpreis nicht ausgehandelt werden könne. So stimmt der Rat einstimmig dem Deal zu, ebenfalls in der Hoffnung, dass die Vereinigung Pro Vorstadt, die einen guten Ruf geniesse, mit der Pacht des Pavillons den Dornacherplatz künftig beleben könne.

Im weiteren wählte der Rat Nicolas Berg als neues Ersatzmitglied der SP in die Sportkommission.