Solothurn
Das Kunstmuseum wird teilrenoviert und bleibt vier Monate lang zu

Das Solothurner Kunstmuseum wird wegen den Senkungen beim Bau des Kulturgüterschutzraums vier Monate lang geschlossen.

Wolfgang Wagmann
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So präsentierte sich vor genau drei Jahren die abgestützte Nordfassade des Kunstmuseums über der Baugrube.

So präsentierte sich vor genau drei Jahren die abgestützte Nordfassade des Kunstmuseums über der Baugrube.

Wolfgang Wagmann

Nun muss das Kunstmuseum die ersten vier Monate des nächsten Jahres geschlossen bleiben. Der Grund: Die Fundamentssenkungen beim Einbau des unterirdischen Kulturgüterschutzraumes 2015/16, welche eine Abstützung der Nordfassade erfordert hatten, haben nun eine Teilrenovation des Hauses zur Folge. Die budgetierten und vom Stadt-Solothurner Stimmvolk bewilligten 6,687 Mio. Franken würden deswegen voraussichtlich um rund 200'000 Franken überschritten, war durch das Stadtbauamt bei der Eröffnung des Kulturgüterschutzraumes im November 2016 mitgeteilt worden. Die damaligen Sicherungs-Arbeiten brachten auch eine Bauverzögerung um rund ein halbes Jahr mit sich. Bund und Kanton steuerten letztlich 710'000 Franken, die Mathys-Stiftung 50'000 Franken zu den Kosten bei.

Im nächsten Jahr, vom 7. Januar bis 3. Mai 2019 bleibt nun aber das Kunstmuseum wegen der Teilrenovation geschlossen. Dazu meint Andrea Lenggenhager, Leiterin Stadtbauamt: «Die Teilrenovation beinhaltet die Sanierung der bestehenden und durch die Senkung der Nordfassade während des Neubaus des Kulturgüterschutzraums vergrösserten Risse.» Davon betroffen seien hauptsächlich das ganze Treppenhaus und teilweise die angrenzenden Ausstellungssäle. «Dabei werden die Risse in den Wänden, Böden und Decken fachgerecht saniert und die Oberflächen neu gestrichen respektive im Bereich Boden der bestehende Terrazzobelag ausgebessert.»

Der Generalplaner zahlt mit

Für die Rissbildung sei ein Kredit von 400'000 Franken gesprochen worden. «Davon sind rund 200'000 Franken Kosten, die bei der Stadt mit der Sanierung der bereits vor dem Neubau bestehenden Risse und dem Unterhalt der entsprechenden Wand- und Deckenoberflächen angefallen wären», erklärt Lenggenhager. Die weiteren 200'000 Franken seien Mehraufwendungen, welche «durch die Vergrösserung der bestehenden Risse im Zusammenhang mit den Senkungen des Neubaus entstanden sind.»

Zurzeit werde die Kreditabrechnung des Kulturgüterschutzraum-Neubaus erstellt. «Dieser Kredit wird unterschritten», versichert die Bauamtsleiterin. An den gesamten Mehraufwendungen habe sich der Generalplaner «massgebend beteiligt».

Es wird nicht langweilig

Über Arbeitsmangel mag sich Til Frentzel, Technischer Leiter des Kunstmuseums und Hauswart, während der viermonatigen Schliessung nicht beklagen. «Wir zügeln in dieser Zeit den restlichen Bestand aus den alten Räumen in den neuen, unterirdischen Kulturgüterschutzraum. Auch ist noch Material in Aussendepots eingelagert.» Auch werde man das Personal für das Streichen von Wänden einsetzen, was wiederum helfe, Kosten für die Stadt einzusparen. So komme ihm die vorübergehende Schliessung gar nicht so ungelegen, ergänzt Frentzel.

Und ein andrer, aktueller «Umbau»

Seit Anfang September ist ausserdem die Umbauphase zur kommenden Ausstellung «Freundschaft und Verwurzelung. Cuno Amiet zwischen Solothurn und der Oschwand» im Gang, die vom 22. September bis zum 6. Januar zu sehen ist. Da diese Ausstellung in den Sammlungssälen des ersten Stocks gezeigt wird, müssen viele Werke für die Exponate der Amiet-Ausstellung Platz machen. Die permanente Sammlungspräsentation beschränkt sich darum in den kommenden Monaten auf die beiden Ost-Säle. «Diese Platznot soll jedoch als Chance für eine pointierte Auswahl genutzt werden», teilt das Kunstmuseum auf seiner Homepage mit.

Dabei sollen nicht nur die wertvollsten Spitzenwerke der internationalen Kunst, sondern auch spezifische Inhalte im Fokus stehen, die sich von diesen Meisterwerken ableiten lassen. «Die beiden Marien-Darstellungen des Altmeister-Saales lassen etwa über das wechselnde Frauenbild – zwischen Holbeins Madonna und Klimts Nymphen – nachdenken», meint dazu Museumskonservator Christoph Vögele.

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