Zehn Jahre Laufträff Solothurn

Blutige Anfänger meistern fünf Kilometer joggen

Die Jogger feiern 10 Jahre Laufträff Solothurn

Seit zehn Jahren kann der Laufträff Solothurn seine Mitglieder fürs Joggen begeistern – zum Spass, aber auch für ehrgeizige Zwecke.

Jeden Mittwochabend sieht man sie, bei Wind und Wetter. Seit nun zehn Jahren ist der Laufträff Solothurn in Bewegung. Die Laufgemeinschaft wurde 2009 gegründet: Markus Hurni, damals Geschäftsführer eines Sportfachgeschäfts, sorgte für die Initialzündung einer Laufgruppe. Rolf Schoy, technischer Leiter eines Aufbaukurses in Olten, kam einige Zeit später auf Hurni zu: mit der Vision, auch in Solothurn einen solchen Kurs anzubieten.

Kursziel: sich innerhalb von acht Wochen die Fitness anzueignen, um fünf Kilometer am Stück zu laufen. Ehemalige Jogger und jene, die es neu werden wollen, fühlten sich angesprochen. «Man staunt, dass die fünf Kilometer auch von blutigen Anfängern gemeistert werden», so Schoy heute. Und, was ein Besuch am traditionellen Startpunkt im CIS-Sportzentrum zeigt: dass die Läufer keine blutigen Anfänger bleiben.

Zu Bestzeiten waren es 150 Kursteilnehmer

An diesem Ort entstand vor zehn Jahren der Laufträff. Weil für die Durchführung eines Aufbaukurses Personal fehlte, wurden die Verbindungen zu einer anderen Gruppe - den «Weissenstein Runners» - gesucht. Dabei half Stefan Hug, Koordinator der Weissenstein Runners, mit, ein Organisationskomitee und ein Leiterteam von rund 15 Personen für den Aufbaukurs zu formieren.

Am ersten Kursabend starteten 50 Teilnehmer, von denen immerhin 30 das Kursziel erreichten. Beim zweiten Kurs meldeten sich bereits 100 Teilnehmer an. Zu Bestzeiten waren es deren 150. So gewannen die Aufbaukurse, die von nun an jährlich im Frühling über acht Wochen winterträgen Waden in Form brachten, an Bedeutung.

«Wir nehmen aufeinander Rücksicht»

Bald wurde das Angebot um einen Aufbaukurs über zehn Kilometer erweitert, von dem einige Läufer Gebrauch machten. Heute teilen sich die Läufer in fünf Stärkeklassen und mehrere Untergruppen auf. So wird sichergestellt, dass niemand zurückbleibt: «Wir nehmen aufeinander Rücksicht», so der Tenor. Begleitet werden die einstündigen Kurse von Referaten mit Themen wie Ernährung, Bekleidung, Wasserhaushalt, Verletzungen, Hitze oder anderen Aspekten.

Doch acht Wochen im Frühling – das weiss Schoy als Zuständiger fürs Aufbauprogramm – halten nicht ein ganzes Jahr fit. «Da ist es schon nötig, zuhause ebenfalls joggen zu gehen: Nach wenigen Tagen beginnt der Trainingseffekt zu verpuffen.» Dafür gibt es über 52 Wochen im Jahr das unverbindliche gemeinsame Joggen ohne Kursziele. Während einige der Läufer regelmässig am Träff auftauchen, gibt es auch solche, die sich bloss für den Frühling fitmachen und dann bis zum nächsten Aufbaukurs nicht mehr zu sehen sind.

«Lose Gemeinschaft von Menschen, die sich gerne bewegen.»

Heute setzt sich der Laufträff aus 160 Läufern aus der Region zusammen. Die Jüngsten sind 16 Jahre alt, eine Altersgrenze gegen oben besteht nicht. 80 Prozent der Träff-Teilnehmenden sind Frauen. Dies mag damit zusammenhängen, dass Frauen aufgrund des Dämmerlichts zu Randzeiten sicherheitshalber lieber in der Gruppe laufen.

«Ansonsten handelt es sich aber um eine lose Gemeinschaft von Menschen, die sich gerne bewegen.» Doch es gibt durchaus jene Teilnehmer mit Wettkampf-Ambitionen, solche, wie Rüfenacht sagt, «die auch an Grossveranstaltungen regelmässig Podestplätze erringen.»

Wie Laufen beim «Kopflüften» hilft

Eine Läuferin, die sich ebenfalls um Podestplätze verdient gemacht hat, ist Ruth Eggenschwiler. Sie gilt als Spitzenläuferin und zählt zum heute 26-köpfigen Leiterteam. «Ich hatte schon als Kind einen weiten Schulweg», erinnert sie sich. Und ihre Motivation heute: «Bewegung ist mir sehr wichtig. Ich geniesse es, mit Kollegen zusammen zu joggen.» Über den Trial Sport und die dafür nötige Konditionierung kam Manfred Rüfenacht zum Laufsport und zum Laufträff. «Wenn ich abends joggen gehe, dann befinde ich mich in einer anderen Welt.» Laufen, so Rüfenacht helfe ihm beim «Kopflüften». Ähnlich sieht es Rolf Schoy, zum Abbau und zur Bewältigung von Stress. Aber zuguterletzt auch, weil der Sport ein Selbstzweck ist: «Laufen gehört schon seit 50 Jahren zu meinem Leben.»

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