Sternschnuppen

Besinnliche Denkanstösse mit Tradition

Pfarrer Klaus Wloemer brachte die «Sternschnuppen» nach Solothurn. Archiv

Pfarrer Klaus Wloemer brachte die «Sternschnuppen» nach Solothurn. Archiv

Die elfte Ausgabe der Denkimpuls-Reihe Sternschnuppen in der Franziskanerkirche ist zu Ende. Begonnen hat alles 2006.

Mit den «Sternschnuppen» vom Freitag ging die elfte Ausgabe der jährlichen Anlassreihe zu Ende. Die Tradition hat ihren Ursprung in der christkatholischen Augustinerkirche Zürich. Dort hat der Heimweh-Solothurner Jörg Martin Dietschi zu Beginn des neuen Jahrtausends die Idee verwirklicht, Menschen über Mittag zu Musik und zu einem Denkimpuls, angelehnt an einen Vers aus der Bibel, in die Kirche einzuladen.

Klaus Wloemer, der heutige christkatholische Pfarrer an der Franziskanerkirche Solothurn, verbrachte in Zürich seine Vikariatszeit und lernte so dieses niederschwellige Angebot der Kirche für Menschen unterschiedlicher Herkunft kennen.

Nach seinem Arbeitsbeginn in Solothurn 2006 war für ihn klar: Die Sternschnuppen sollen auch hier «einschlagen». Mit Unterstützung des Kirchgemeinderats und in Zusammenarbeit mit Jörg Martin Dietschi fanden die ersten drei Sternschnuppen im Dezember 2006 statt. Die Adventszeit erwies sich als die richtige Zeit, den Menschen in Solothurn ein solches Angebot zu machen.

Über Fragen des Lebens

Da es sich bei den Sternschnuppen nicht um einen Gottesdienst handelt, werden auch Leute angesprochen, die sonst eher nicht in eine Kirche gehen. Nicht ein Bibelvers war und ist in Solothurn der gedankliche Ausgangspunkt für die Sternschnuppen je eines Jahres, sondern allgemeine gesellschaftliche oder philosophisch-religiöse Fragen.

So ging es beispielsweise im Jahr 2009 um «Erwartung(en) – Erfüllung(en)», 2010 um «Dunkelheit und Licht», 2011 um «Plane dein Leben – dann hast du es im Griff». 2016 hiess das Thema «Unsere Zukunft – rosa-rot oder schwarz-grau?»

Ziel ist es, Persönlichkeiten aus Politik, Kultur, Religion, Sport, Wirtschaft und Gesellschaft zu Wort kommen lassen. Dazu gehören in den letzten zehn Jahren aus der Politik neben Kurt Fluri zum Beispiel Ruth Gisi, Christian Wanner, Esther Gassler, Remo Ankli und alt Bundesrat Samuel Schmid. Aus dem Bereich der Kultur stammen neben Ivo Kummer (ehemaliger Direktor der Filmtage), Beat Wyrsch, Christoph Vögele und Franz Hohler, aus dem religiösen Bereich Reto Stampfli, Pfarrer Niklas Raggenbass, Einsiedlerin Schwester Benedikta und Bischof Felix Gmür, aus dem Bereich der Wirtschaft Martin Häusermann und Brigitta Berndt.

Als Sportler kam Heinz Frei nach Solothurn. Darüber hinaus waren Schwester Sara-Martina, Theodor Eckert und Verena Bider von der Zentralbibliothek in der Franziskanerkirche zu Gast.

Wichtig ist, dass den musikalischen Part stets professionelle Musiker bestreiten, die einen wirklichen Kunstgenuss garantieren. Sowohl hinsichtlich der Instrumente als auch der musikalischen Stile (von Barock über Klassik und Romantik bis zu Jazzigem, Folkloristischem und Avantgarde) gibt es keine Einschränkungen.

Auch Jugend wird erreicht

2012 wurde in Solothurn eine Neuerung eingeführt, die es in Zürich (und auch in Basel, wo inzwischen auch Sternschnuppen in der christkatholischen Predigerkirche leuchten) nicht gibt: Immer die mittlere der drei Sternschnuppen ist für Jugendliche reserviert. Die Person kann sich frei zum Thema äussern, das den Rahmen der Sternschnuppen bildet. Die Jugendsternschnuppe war geboren. Anfängliche Befürchtungen, dass sich niemand für die Meinung der jungen Leute interessiere, waren völlig unbegründet: Auch die Jugendsternschnuppen waren gut besucht.

Passend zu den jugendlichen Rednern in den Denkimpulsen wurden Schülergruppen der Musikschule Solothurn angefragt, ob sie die Jugendsternschnuppen musikalisch gestalten wollten. Daraus hat sich die Tradition ergeben, dass im Jahr 2016 schon zum fünften Mal Lehrpersonen der Musikschule mit ihren Schülerinnen und Schülern im Advent am Freitag zwischen 12.15 und 12.45 Uhr zum Musizieren in die Franziskanerkirche kommen. (mgt)

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