Offener Bücherschrank Solothurn
Beschädigte und ungeeignete Bücher werden ausgemistet — Buchkritiker der anderen Art werden gesucht

Der Offene Bücherschrank auf dem Kreuzackerplatz gibt wegen zu vieler und teils ungeeigneter Bücher viel zu tun.

Fabio Vonarburg
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Der Bücherschrank auf dem Kreuzackerplatz.

Der Bücherschrank auf dem Kreuzackerplatz.

fvo

Er ist beinahe nicht mehr von Solothurn wegzudenken, der Offene Bücherschrank auf dem Kreuzackerplatz. Seit 2011 gibt es den Schrank, aus dem man Bücher hineinlegen und hinausnehmen kann. «Er ist ein absoluter Erfolg», sagt Theres Kurmann, die neue Co-Leiterin der IG Offener Bücherschrank. Dieser steht sie gemeinsam mit Hartwig Roth vor, der bislang die Co-Leitung mit Bruno Durrer innehatte, der kürzlich vom Posten zurücktrat.

Die Beliebtheit des Schrankes zeigt sich an folgender Zahl: Es gibt Tage, da werden bis 100 Bücher hinaus- und hineingelegt. Ob Corona dazu geführt hat, dass mehr Bücher als sonst zum Lesen rausgenommen wurden, sei schwierig abzuschätzen, sagt Kurmann. Etwas hätten sie aber gemerkt: «Die Leute hatten Zeit zum Aufräumen. Es wurden sehr viele Bücher in den Schrank gelegt – gute wie schlechte.»

Bücherschrank nicht als Müllhalde nutzen

Letztere sind für die Interessensgemeinschaft ein Problem, generieren sie doch viel Arbeit. Sie müssen aussortiert und entsorgt werden. Darum ruft das Team, das den Bücherschrank betreut, die Bevölkerung dazu auf, sich jeweils zu überlegen, ob sich ein von ihnen bereits gelesenes Buch wirklich für den Bücherschrank eigne.

Von der Interessengemeinschaft in der Regel aussortiert werden zum Beispiel beschädigte Bücher, wie auch Fachliteratur, für die sich in der Regel nur eine beschränkte Zahl Leute interessiert. Zudem werden vielfach auch dann noch Bücher im Schrank untergebracht, wenn es eigentlich keinen Platz mehr hat.

Für Ordnung sorgen die sogenannten Bücherpaten der Interessensgemeinschaft. Jeder von ihnen ist für einige Wochen im Jahr dafür verantwortlich, um im Schrank für Ordnung zu sorgen. Doch wegen Austritten sowie älterer Personen, die wegen der Coronapandemie das «Ämtli» vorübergehend abgegeben haben, fehlt es an Freiwilligen, wie Theres Kurmann berichtet. Sie ruft Interessierte dazu auf, sich zu melden. Dies ist etwa via Mail möglich. Unter: kontakt@buecherschrank-so.ch.

Nebst dem Bücherschrank auf dem Kreuzackerplatz gibt es jeweils auch im Solothurner Freibad ein solches Angebot. Seit kurzem findet man zudem einen Bücherschrank auf dem «Potzplatz». Dieser wird jedoch nicht von der Interessensgemeinschaft betrieben.