Stadttheater Solothurn

Bei «Romeo und Julia» werden die Säbel gekreuzt – ein Fechtlehrer zeigt wie

Stadttheater Solothurn: Klaus Figge lehrt dem Ensemble von «Romeo und Julia» das Fechten

Stadttheater Solothurn: Klaus Figge lehrt dem Ensemble von «Romeo und Julia» das Fechten

Seit Anfang Januar proben die Schauspieler gleich mehrere Fecht- und Kampfszenen in «Romeo und Julia». Ihr Lehrer ist Klaus Figge, Koryphäe auf diesem Gebiet. Am 7. März 2020 ist Premiere des Stücks. Besuch einer Probe und Gespräch mit dem Choreografen.

Am 7.März 2020 feiert «Romeo und Julia» unter der Regie von Veit Schubert Premiere am Stadttheater Solothurn. Darin wird auch gefochten. Eine Koryphäe auf dem Gebiet trainiert seit Anfang Jahr mit dem Ensemble.

Klaus Figge sitzt in der Mitte der zweiten Reihe. Konzentriert schaut sich der Choreograf für Fecht- und Kampfszenen an, wie sich seine Schützlinge auf der Bühne schlagen. Und die schlagen sich wortwörtlich. Mit Säbeln, Händen und Beinen gehen sechs Männer aufeinander los. «Es muss sehr gefährlich aussehen, darf aber nicht gefährlich sein», erklärt der 77-Jährige. Sicherheit sei das oberste Gebot. Die Sportsäbel sind zwar abgestumpft, dennoch kann man sich damit verletzen. 

Seit dem 3. Januar laufen die Proben für «Romeo und Julia» mit Klaus Figge, der seit 1971 das Fechten lehrt und alleine schon in über 20 Inszenierungen dieses Shakespeare-Stücks die Fechtszenen choreografierte. Die jetzige Station des Deutschen ist Solothurn. Was Dimitri Stapfer (Romeo), Liliom Lewald (Mercutio), Severin Mauchle (Benvolio), Nico-Alexander Wilhelm (Tybalt) sowie Alvise Lindenberger und Anjo Czernich auf der Bühne zeigen, ist beeindruckend. Seit Anfang Woche können sie die einstudierte Choreografie auf der Bühne proben. Stephan Fernau, der für Bühne und Kostüme verantwortlich zeichnet, hat einen schrägen Teil mit einem eingebauten Erdriss entworfen. Das bedeutet eine Umstellung für die Schauspieler, haben sie doch auf einem flachen Boden geübt. «Sie machen das aber schon sehr professionell», meint Fechtlehrer Klaus Figge zufrieden. 

Davon konnten sich am Donnerstagabend auch die Freunde des Stadttheaters Solothurn während eines exklusiven Probenbesuchs überzeugen. Über 57‘000 Franken an Spenden hatten sie akquiriert und zur grossen Produktion beigesteuert. Als Dankeschön durften sie dem Ensemble über die Schulter schauen. Regisseur Veit Schubert aus Berlin war auch dabei. «Man spürt hier in Solothurn, wie sehr die Menschen das Theater lieben. Es fühlt sich sehr herzlich und besonders an.» 

Bei den rasanten Kampfszenen war das eine oder andere Raunen aus dem Publikum zu hören – und das war nicht einmal volles Tempo. Noch klappte nicht alles wie gewünscht. «Vor Publikum waren sie etwas aufgeregt. Deshalb war es nicht ganz nach meinen Vorstellungen», meint Klaus Figge, der zwischendurch Anweisungen aus dem Saal gab. «Grundsätzlich sind wir aber sehr weit und wir haben ja auch noch etwas Zeit.» Noch wird weiter an Rhythmus und Tempo gearbeitet. Schon zu Beginn der Proben hätten die Schauspieler «ganz schön viel Schweiss» lassen müssen. «Wenn das Tempo hinzukommt, ist es von den konditionellen Anforderungen hoch. Das ist wie Leistungssport.» 

«Romeo und Julia», Premiere 7. März 2020 am Stadttheater Solothurn. Weitere Informationen: tobs.ch 

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