Kinoerlebnis

Auch eine Filmstadt für die Kleinsten: In Solothurn gibt es wieder drei Angebote für Kinder

Kinder können in Solothurner Kinos schon früh in die Kunst des Filmes eintauchen.

Kinder können in Solothurner Kinos schon früh in die Kunst des Filmes eintauchen.

In der Stadt finden in den nächsten Monaten wieder regelmässig Anlässe statt, um die Kinder ins Kino zu locken. Zwei davon legen den Fokus eher auf die Bildung, eines auf Unterhaltung. Freude an der Kinowelt wollen sie aber alle vermitteln.

«Littlefoot Kino», «Die Kleine Laterne» und «Die Zauberlaterne»: Für Kinder gibt es in Solothurn wieder drei Möglichkeiten, in die Welt des Kinos und der Filme einzutauchen.

Nachdem der Verein «Zauberlaterne Solothurn» seine Tätigkeit wegen Differenzen mit dem Dachverband «Zauberlaterne Neuenburg» im Mai eingestellt hatte, kam der nationale Filmklub im September zurück: Am 19. September zeigte der Verein, dessen Vorstellungen neu im Kino Canva stattfinden, den Stummfilm «Die Kreuzfahrt der Navigator».

Die Rückkehr nach Solothurn ist laut dem Klubkoordinator Lorenzo Berardelli geglückt: «Es haben sich bereits rund 80 neue Klubmitglieder angemeldet, das verbuchen wir als Erfolg.»

Unterschiedliche Zielgruppen im Blick

Eine Stadt, drei Kinoangebote für Kinder - kommt man sich da nicht in die Quere? Die Frage geht zuerst an Bettina Schönberg-von Gunten von der Cinesol AG, der die Kinos Palace und Capitol angehören. Im

Kino Palace findet jeweils einmal im Monat das «Littlefoot Kino» statt. Dabei können Kinder ab 4 Jahren am Samstagvormittag einen Film anschauen, alleine oder in Begleitung ihrer Eltern. Das Team des Kinos ist für die Betreuung der Kinder zuständig, erklärt Schönberg-von Gunten, die Lautstärke und die Lichtverhältnisse werden an die Kinder angepasst. «Bei unserem Angebot geht es darum, dass Kinder mit gleichaltrigen einen Film anschauen können, der auf ihre Bedürfnisse ausgelegt ist», erklärt Schönberg-von Gunten.

Auch älteren Personen stehe das Angebot offen: «Wir hatten auch schon Personen mit geistigen Beeinträchtigungen, die im Rahmen von Littlefoot ins Kino gekommen sind», erzählt sie. Die beiden anderen Angebote in der Stadt seien dagegen eher aufs Lernen ausgelegt, was ein anderes Publikum anziehe.

Wisssen zum Film vermitteln

Diese Aussage bestätigt Lorenzo Berardelli vom Verein «Die Zauberlaterne», zu dem auch das Angebot «Die Kleine Laterne» gehört. «Wir verfolgen mit unseren Vorstellungen einen pädagogischen Ansatz, und wollen den Kindern Wissen zum Medium Film vermitteln», so Berardelli.

Nicht nur was auf der Leinwand passiert, wird laut ihm thematisiert, sondern auch technische Aspekte. «Sie lernen zum Beispiel, dass das Bild im Kino nicht aus der Leinwand kommt, sondern darauf projiziert wird.»

«Die kleine Laterne» richtet sich an Kinder von 4 bis 6 Jahren, dreimal im Jahr gibt es eine Vorstellung für die Kinder, die gemeinsam mit ihren Eltern ins Kino kommen. Die Vorstellungen dauern jeweils eine Stunde, und widmen sich einem spezifischen Thema, etwa der Filmmusik. Eine «Film-Entdeckerin» führt durch das Programm, und führt die Kinder während der ersten halben Stunde an das jeweilige Thema heran.

Verschiedene Genres und Epochen

Ähnlich laufen die Vorstellungen im Rahmen der «Zauberlaterne» ab: Die Kinder zwischen 6 und 12 Jahren besuchen neun Vorstellungen im Jahr, die unterschiedlichen Genres angehören. Die Kinder bereiten sich jeweils bereits daheim auf die Vorstellungen vor: Als Klubmitglieder erhalten sie eine Zeitschrift zugeschickt, in der verschiedene Aspekte des bevorstehenden Filmes erläutert werden. Am Tag der Vorstellung führt sie ein Moderationsteam an den Film heran.

Während im Rahmen des Angebots «Littlefoot Kino» monatlich eher zeitgenössische Filme gezeigt werden, kriegen die jungen Zuschauer der Zauberlaterne Filme der verschiedensten Epochen zu sehen, erklärt Berardelli. So werden während pro Saison auch drei Stummfilme und drei Tonfilme gezeigt, die nicht mit dem Computer animiert wurden. Die Stummfilme werden jeweils von einer Film-Erzählerin kommentiert, «so, wie das auch früher im Kino gemacht wurde», erzählt Berardelli.

Dass man sich in Solothurn gegenseitig das Publikum streitig macht, fürchtet er wegen dieser unterschiedlichen Ausrichtung nicht, sagt er. «Ich denke nicht, dass wir uns konkurrenzieren. Ich sehe es eher als eine Ergänzung.»

Autor

Rebekka Balzarini

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