Solothurn

Artisten unter freiem Himmel: Der Zirkus Chnopf überzeugt mit seinem Jubiläumsprogramm

Der seit dreissig Jahren bestehende Zirkus Chnopf gastierte auf dem Kreuzackerplatz in Solothurn. Obwohl die Darbietungen unter freiem Himmel an durch das Land ziehende Gaukler erinnern, zeigen die zehn Mitwirkenden ein hochprofessionelles Programm.

«Die Darbietungen am Seil haben mir am besten gefallen», meinte die neunjährige Louise am Schluss der Vorstellung. Sie hat nicht zum ersten Mal mit ihren Eltern den Zirkus Chnopf besucht. Zahlreiche Erwachsene und Kinder füllten die Bänke auf dem Kreuzackerplatz und liessen sich von den artistischen Leistungen der Gruppe bezaubern.

Seit 30 Jahren in der Schweiz unterwegs

Aus einer Vision im Jahre 1990 ist die Idee für diesen Zirkus entstanden und seit 30 Jahren ziehen die Zirkuswagen durch die Schweiz. Eine Bühne und Geräte unter freiem Himmel erinnern an Gaukler, welche in früheren Zeiten durch die Lande zogen, um die Leute zu unterhalten.

Der Vergleich hinkt zwar, denn was Chnopf zeigt, ist hoch professionell. Unter der künstlerischen Leitung von Dave Sieger und der Regie von Philipp Boë zeigen die zehn Mitwirkenden ein Programm, das stellenweise selbst das Publikum atemlos macht. Fünf davon sind Profis. Darunter auch Max Gnant, welcher den Theaterfreunden von seinen Auftritten am TOBS bekannt sein dürfte. Dazu kommen fünf Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren.

Die Kleinen sind die, die am Schluss das Sagen haben

Pluto, der kleinste Planet, hat dem Jubiläumsprogramm den Namen gegeben. Die kleinste Person auf der Bühne versetzt mit ihrer Vision die Übrigen quasi in einen Rausch, welcher durch mannigfaltige artistische Leistungen ausgelebt wird. Der Beginn ist musikalisch. Alle Mitwirkenden auf Rollschuhen haben ein Instrument mit dabei und entlocken diesem disharmonische Töne. Da wird schon mal einer zu Boden geschupst, was zu ersten Lachern führt.

Das leitet über zu einer Tanzdarbietung auf Rollschuhen. Die in farbenfrohe Kostüme eingekleideten Protagonisten kurven in wechselnden Formationen über die kleine Bühne. Das Bühnenbild (Nik Huber) lässt es zu, dass auf verschiedenen Ebenen gespielt werden kann. Als Eigenkonstruktion kommt ein Röhrengeflecht zum Einsatz, an und auf welchem artistische Leistungen präsentiert werden.

Aus Einzelleistungen ein Ganzes weben

Als die eigentlichen Proben beginnen sollten, kam der Lockdown. Die Artistinnen und Artisten, eigentlich von Haus aus schon Solisten, probten einzeln. «Es war eine Herausforderung die verschiedenen Einzelkünstler zu einem Ensemble zu vereinen», erklärt denn auch Dave Sieger.

Da wird grossartig am Vertikalseil gearbeitet, in luftiger Höhe temperamentvoll Trampolin gesprungen, auf der Wippe nicht nur balanciert, sondern mit halsbrecherischen Salti das Publikum zu Applausstürmen animiert. Dass das Sicherheitskonzept die staatlichen Stellen überzeugte, liess Sieger sichtlich aufatmen.

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