Wein und Musik
Alles begann mit einem Geistesblitz: Das Vini al Grappolo feiert sein 30-Jahre-Jubiläum

Das mediterrane Lokal Vini al Grappolo an der Prisongasse feiert am Freitag und am Samstag mit Wein und Musik sein 30-Jahre-Jubiläum.

Andreas Kaufmann
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Das Restaurant Vini al Grappolo
11 Bilder
Die Gaststube mit viel Holz und Charme.
Der gemütliche Eckbank lädt zum Verweilen ein
Edle Tropfen in der eigenen Weinhandlung.
Edle Tropfen in der eigenen Weinhandlung.
Die Gaststube mit viel Holz und Charme.
Das Sääli
Speisen im schattigen Innenhof.
Das Restaurant Vini al Grappolo
Speisen im schattigen Innenhof.
Draussen das Altstadtfeeling geniessen

Das Restaurant Vini al Grappolo

Hanspeter Bärtschi

In der Prisongasse trifft sich seit 30 Jahren die Vorstadt: Handwerker wie Banker, Literaten wie Filmtagevolk – doch auch alle anderen. Ein Geheimtipp, wie es auch auf Online-Portalen genannt wird, ist das «Vini Al Grappolo» längst nicht mehr. Über 30 Jahre hat der Betrieb mit «Italianità» eine starke Sogwirkung auf Geniesser ausgeübt. Das weiss auch Architekt Bruno Walter; er kehrt als Nachbar des Öfteren hier ein und hat als Mitinitiant des «Vini»-Ablegers Hafebar einen besonderen Bezug zum Lokal. «Eine gute, nicht aufgetakelte Beiz, wo fein gekocht wird», findet Walter. So fein, dass man für eine Sitzplatzgarantie praktisch an jedem Tag reservieren müsse. So fein, dass das altbewährte mediterrane «Vini»-Plättli als Tipp weit herumgereicht wird.

Das «Vini», weiss Rolf Schöb, Mitglied der Geschäftsleitung, habe damals etwas angestossen, was die Vorstadt belebt und zur heutigen, gut verträglichen Beizendichte geführt habe. Und noch mehr. Das «Vini» ist zum Quartiertreffpunkt geworden, heisst es. Trotz der Lage abseits grosser Geniesserströme entlang der Aare wähnt man sich im Kreis der erlauchten Lokale, die sich im härter werdenden Gastro-Umfeld jahrzehntelang halten konnten.

Mehr als nur den «Römer»

Angefangen habe alles mit einem Geistesblitz, der bei einem Glas Wein in einer lauwarmen Toscana-Nacht bei den Initianten einschlug: nämlich italienische Weine direkt zu importieren und anzubieten. Als Gründer genannt werden Joseph Misteli, Jürg Tanner und der mittlerweile verstorbene Markus Hubler. So entstand 1983 zunächst ein Weinladen an der Löwengasse. Die Idee, den Betrieb zum Restaurant auszubauen, war dabei bereits angelegt, sagt Schöb. 1987 war es dann soweit: In der ehemaligen Cardinal-Beiz an der Prisongasse wurde die Weinhandlung neu eröffnet, nun aber mit Restaurant, das zunächst aber noch keine warme Küche servierte.

Es war eine Zeit, in der der Beizengast in der Regel nur Literqualität im Offenausschank bestellen konnte. In den Beizen von damals war oft der Spruch zu hören: «No e Römer, de göh mer.» Das «Vini» macht damals weit und breit die Ausnahme: Hier wurden bereits damals die höherwertigen Flaschenweine à 7,5 Deziliter im Offenausschank kredenzt. Mit Rolf Schöb, der vorher im «Kreuz» den Kochlöffel schwang und vor 25 Jahren zum «Vini»-Team hinzustiess, wurde auch die Speisekarte nach und nach ausgebaut.

40 Innen- und 40 Aussenplätze hat das «Vini» heute in der Gaststube, im Säli und im Höfli. Elf Vollzeitstellen verteilt auf 50 Personen umfasst der Betrieb – dabei ist aber auch der Hafebar-Betrieb eingeschlossen, der zur «Vini al Grappolo» AG gehört. Die Freiluft-Sommerbar hat heuer übrigens halb so viele Jährchen auf dem Buckel wie das Mutterhaus an der Prisongasse.

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