Schon wieder erhält Solothurn eine Grossbaustelle mitten in der Altstadt: Das Modehaus Jecker an der Gurzelngasse 38 hat aufs Monatsende seine Türen geschlossen und wird mit einem neuen Mieter erst wieder am 22. August eröffnet.

Das Berner Mode-Label Bayard will auf zwei Geschossen und 500 Quadratmetern Verkaufsfläche in der Shoppingmeile der Stadt Fuss fassen. Firmeninhaber Fredy Bayard: «Unser Angebot reicht von trendy über Modern Women bis zu Modern Classic und ist im mittleren und oberen Preissegment angesiedelt.

Die Mode Bayard AG betreibt in der ganzen Schweiz gegen 70 Filialen. Darunter im Langendörfer Einkaufszentrum «Ladedorf» seit fünf Jahren eine Wartmann-Filiale und in der Innenstadt die Filiale von «Esprit». «Gerade die Esprit-Filiale bereitet uns viel Freude und daher sehen wir in der attraktiven Solothurner Altstadt auch Potenzial für eine Bayard-Filiale», erklärt der Berner Geschäftsmann, der im neuen Geschäft mit rund fünf Vollzeitstellen rechnet.

Ära Jecker wird beendet

Besitzer des markanten Eckhauses an der Gurzelngasse, gleich nach der Passage des Bieltors, ist das Familienunternehmen der Schaufelberger AG in Thun. Dort befindet sich im Balliz das Warenhaus der Familie Schaufelberger, die vor 100 Jahren an dieser Stelle einen Basar eröffnet hatte.

Weitere Warenhäuser betreibt Bernhard Schaufelberger, der Firmeninhaber in vierter Generation, in Interlaken und Heimberg. Die Solothurner Niederlassung an der Gurzelngasse behielt jedoch den Namen Jecker AG, obwohl diese Familie ihr Haus bereits 1968 an Robert Schaufelberger vermietet hatte. «1997 konnten wir die Liegenschaft sogar erwerben», erzählt dessen Sohn Bernhard Schaufelberger.

In den letzten zwei, drei Jahren habe sich jedoch die strategische Erkenntnis durchgesetzt, dass «wir das Geschäft nicht mehr selber betreiben wollen».

Deshalb wird nun der Begriff Jecker AG definitiv aus der Stadtsolothurner Gewerbewelt verschwinden - nachdem er ohnehin schon seit Jahrzehnten von der Thuner Schaufelberger AG nur noch als Markennamen des ehemaligen Stadtsolothurner Textilhauses weitergeführt wurde.

Gesamtsanierung notwendig

Für den Thuner Hausbesitzer ist eine «umfassende Sanierung» der gesamten Liegenschaft unumgänglich. «Seit 1968 wurde nämlich nie mehr investiert», betont Bernhard Schaufelberger. Ab sofort bis zum August wird nun die Geschäftstätigkeit eingestellt und alles umgebaut.

Nebst den zwei Geschossen, welche die Bayard AG für ihr Modegeschäft mietet, werden in den oberen Geschossen Wohnungen, Büros und Praxisräume entstehen.

Übrigens: Von der Geschäftsaufgabe der Jecker AG sind fünf Personen mit unterschiedlichen Pensen betroffen. Die Geschäftsführerin wird bei der Schaufelberger AG in Thun weiterbeschäftigt. Die anderen vier seien auf der Stellensuche, heisst es in Thun.