Solothurner Wetter
Von wegen Wonnemonat: Der Mai war zu nass und zu kühl

Im Mai waren 17 von 31 Tagen nass. Es regnete rund die doppelte Menge des langjährigen Mittels.

Wolfgang Wagmann
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Am 19. Mai zog ein Gewitter über die Region.

Am 19. Mai zog ein Gewitter über die Region.

Lea Durrer

Der Mai 2021 blieb der zweite deutlich zu kühle Monat dieses Frühlings: Wie der April lag er mit einem Monatsmittel von nur gerade 11,7 Grad deutlich unter dem langjährigen Durchschnittswert – diesmal waren es 2,1 Grad «zu wenig». Im Gegensatz zum viel zu trockenen Vormonat geizte der Mai aber nicht mit Regen. 168,5 Liter oder Millimeter Regen pro Quadratmeter wurden in Solothurn registriert, sogar 215,4 im Wallierhof Riedholz, was rund der doppelten Menge des langjährigen Mittels entspricht.

Die Sonne als Muttertagsgeschenk

Schon der völlig verregnete Tag der Arbeit kündigte an, was uns diesmal im Wonnemonat blühen würde: 17 von 31 Tagen sollten nass werden, und da lag schon die erste Maiwoche vollauf im Trend. Zuerst gabs am 2. Mai auf dem Weissenstein nochmals einen weissen Flaum, dann fiel vom 6. auf den 7. Mai die Rekordmenge von bis zu 25 Litern Regen pro Quadratmeter im Riedholz.

Regenwetter in der Solothurner Altstadt, hier die Schmiedengasse.

Regenwetter in der Solothurner Altstadt, hier die Schmiedengasse.

Hanspeter Bärtschi

Dennoch gab es Lichtblicke: Das zweite Wochenende brachte Sonne pur und am Muttertag, dem 9. Mai, kletterte das Thermometer gar auf hochsommerliche 25 Grad. Kaum war der Grill wieder gedeckt verflüchtigte sich schon nur der Gedanke an Badehose und Bikini. Denn vier graue, nass-kühle Tage nacheinander ohne jeden Sonnenstrahl liessen keine Frühlingsgefühle mehr aufkeimen.

Hagel, Blitz und Donnerwetter

Doch es sollte noch schlimmer kommen. Ab der Monatsmitte folgte eine Serie von Regentagen, die das Wasser-Defizit der zwei vorhergegangenen Monate rasch ausglichen. Am 19. Mai durchquerte sogar ein Hagelzug, eingebettet in ein schweres Gewitter, die Bezirke Lebern und Solothurn, verbunden mit schweren Schäden in Selzacher Erdbeerkulturen.

Nun wurden kaum mehr zweistellige Tageshöchstwerte erreicht, und auch die Pfingsttage warteten abgesehen von einer leichten Erwärmung mit dem altbekannten Mix von vielen Wolken und Regengüssen auf. Erst die letzte Woche des Monats brachte eine zögerliche Wetterbesserung und bei schwachem Hochdruckeinfluss setzte sich nun die Sonne besser in Szene. Allerdings gab ausgerechnet am letzten Maiensonntag eine kräftige Bise die grosse Spielverderberin.

Schafskälte oder nicht?

Nun sieht es nach typischem Frühsommerwetter aus: Kaum ist die Bise eingeschlafen, wird mehr und mehr der Tagesgang zum bestimmenden Faktor. Zunehmend mit der Wärme steigt das Risiko von gewittrigen Regengüssen aus den Quellwolken, die sich jeweils nach dem Mittag über dem Jurabogen bilden.

Dieser Wettertyp könnte sich weit in den Monat hinziehen: Warm bis sogar recht heiss, aber fast täglich mit dem Risiko einer kalten Dusche. Etwas verschwunden ist aktuell vom Radar ein wirklicher Schlechtwettereinbruch auf die Monatsmitte hin ‒ die gefürchtete Schafskälte. Aber sicher ist ihr Ausbleiben keineswegs: Mit einer Trefferquote von 80 Prozent über all die Jahre liegt sie noch allemal drin.

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