Olten

Oltens Stadtpräsident macht sich nach Leonardis Abgang Sorgen um Alpiq

Knapp im Amt bestätigt: Oltens Stadtpräsident Ernst Zingg (FdP).

Oltens Stadtpräsident Ernst Zingg.

Knapp im Amt bestätigt: Oltens Stadtpräsident Ernst Zingg (FdP).

Für Oltens Stadtpräsident Ernst Zingg ist der Abgang von Alpiq-CEO Giovanni Leonardi «eine schlechte Nachricht». Zingg: «Giovanni Leonardi ist Mr. Alpiq persönlich, er hat sich hundertprozentig mit dem Unternehmen identifiziert.»

Oltens Stadtpräsident kennt den 51-jährigen Leventiner auch persönlich gut und schätzt ihn. Leonardis Abgang bei der Alpiq gehe ihm deshalb sehr nahe.

Zingg sieht den abrupten Wechsel an der Konzernspitze vor dem Hintergrund der Strukturänderungen in der Branche und der Kostenreduktionsmassnahmen, die Alpiq derzeit plant (vgl. Bericht in der Donnerstagausgabe). Es gebe immer verschiedene Wege, auf eine solche Situation zu reagieren. Offenbar, so Zinggs Vermutung, habe Leonardi die vom Verwaltungsrat getroffenen Entscheidungen nicht mittragen können.

«Das hinterlässt Verunsicherung»

Ernst Zingg attestiert dem scheidenden Alpiq-CEO umfassende fachliche und menschliche Kompetenz: «Er hatte die für die Führung eines Konzerns dieser Grösse nötige Härte, war aber kommunikativ, verbindlich und charmant.» Sein Ausscheiden sei ein Verlust für das Unternehmen, aber auch «eine schlechte Nachricht, ein herber Schlag» für Stadt und Region Olten und hinterlasse Verunsicherung. «Alpiq ist ein starker Konzern mit hervorragenden Leuten, die einen guten Job machen», anerkennt Zingg, fügt aber bei: «Wir müssen nun ein wachsames Auge darauf haben, was mit Alpiq passiert, und die richtigen Schlüsse daraus ziehen.»

Neue Rolle Wanners im Alpiq-VR

Leonardis Funktion als Vorsitzender der Geschäftsleitung (CEO) hat ab sofort – aber nur interimistisch – der Präsident des Verwaltungsrates, Hans E. Schweickardt, übernommen, der vor dem Zusammenschluss von Atel und EOS zu Alpiq CEO der Westschweizer EOS Holding war. Dem VR-Vizepräsidenten Christian Wanner, der im Verwaltungsrat den Alpiq-Aktionär Kanton Solothurn vertritt, wurde die neue Funktion eines «Lead Director» übertragen.

Protagonisten in einer Aufnahme von der ersten Alpiq-GV 2009 (von links): VR-Vize Christian Wanner, CFO Kurt Baumgartner, CEO Giovanni Leonardi, VR-Präsident Hans E. Schweickardt (stehend).

Protagonisten in einer Aufnahme von der ersten Alpiq-GV 2009 (von links): VR-Vize Christian Wanner, CFO Kurt Baumgartner, CEO Giovanni Leonardi, VR-Präsident Hans E. Schweickardt (stehend).

Wanner selbst war gestern wegen eines Besuchs der St. Galler Regierung im Kanton Solothurn nicht erreichbar. Auf Anfrage erklärte Dagobert Cahannes, der Informationsbeauftragte des Solothurner Regierungsrates, die neue Aufgabe Wanners bei Alpiq wie folgt: Die Funktion eines Lead Directors sei aus Gesellschaften bekannt, bei denen der Verwaltungsratspräsident gleichzeitig operativer Chef des Unternehmens ist. Sie diene einer klaren Aufteilung der Rollen: «Immer dann, wenn Herr Schweickardt als CEO dem Verwaltungsrat Geschäfte vorträgt, wird Christian Wanner als Lead Director den Vorsitz im Gremium führen.» Der Titel «Lead Director» bedeute keinesfalls eine operative Führungsaufgabe, betonte Cahannes.

Die Übergangszeit mit Schweickardt als CEO und Wanner als Lead Director werde wohl nicht länger als bis ins Jahr 2012 dauern, schätzt der Solothurner Regierungssprecher. Eine zeitliche Mehrbelastung des Solothurner Finanzdirektors sieht er nicht, da Wanner schon bisher als Mitglied und Vizepräsident an den Sitzungen des Verwaltungsrats teilnahm. Wanner vertrete im Alpiq-VR weiterhin die Aktionsärsinteressen des Kantons Solothurn, so Cahannes.

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