Knappe fünf Viertelstunden dauerte sie, die ausserordentliche Gemeindeversammlung in Wangen. In deren Brennpunkt: die Teilrevisionen der Gemeinde- sowie der Dienst- und Gehaltsordnung. Von 50 Stimmberechtigten besucht, sorgte lediglich ein Antrag für einen kurzen Zwischenstopp im sonst fliessenden Ablauf der Versammlung: «Um den Lesefluss zu gewährleisten, wird nur die männliche Schreibweise verwendet. Selbstverständlich gilt die Geschlechtsneutralität.»

Was wie eine Präambel tönt, aber eigentlich als klärende Fussnote gedacht war, bildete den Stein des Anstosses für den einzigen Vorstoss des Abends. Doris Klepzig stellte den Antrag, in den beiden zu behandelnden Ordnungen weiterhin die männliche als auch die weibliche Formulierung anzuwenden.

Die bisher praktizierte Schreibweise (als Beispiel: «Für nebenamtliche Beamte/Beamtinnen und Funktionäre/Funktionärinnen…») habe durchaus ihre Berechtigung, argumentierte Doris Klepzig, speziell in Zeiten der «Göttlichen Ordnung», einem aktuellen Filmwerk, welches die Geschichte des Frauenstimmrechts in der Schweiz aufarbeitet. Sie erhielt dabei Unterstützung von Gemeinderätin Marlene Grieder. Erfolglos: Ohne lange Diskussion lehnten die anwesenden Stimmberechtigten den Antrag mit 29 zu 17 Stimmen ab.

Ressorts und Kultur

Ein paar Fragen betrafen noch die Praxis, nach welcher die Ressortverteilung künftig vorgenommen werde, wer sich des einstigen Ressorts Information annehme und wer nun die Mitglieder der neu formierten Arbeitsgruppe Kultur suche. Gemeindepräsident Beat Frey gab zu verstehen, dass der Rat die Ressorts wohl nach dem sogenannten Anciennitätsprinzip verteile. Aber er hüte sich, der künftigen Exekutive ungefragt irgendwelche Tipps zu geben oder Ratschläge zu erteilen.

Das einstige Ressort Information, so vermutete Frey, werde wohl wieder beim Präsidium angesiedelt sein, während die zuständige Gemeinderätin Daria Hof- Schwarzentruber erklärte, die Mitglieder der Arbeitsgruppe Kultur würden durch den Gemeinderat gesucht. Bewährt habe sich aber auch die Praxis, die bereits dort tätigen Mitglieder mit der Suche zu betrauen.

Und: «Wir haben aus der Kulturkommission eine Arbeitsgruppe gemacht, weil sich auch nicht stimm- und wahlberechtigte Bewohnerinnen und Bewohner des Dorfes für ein Mitwirken dort interessiert haben.» Dies sei nun möglich, weil die Mitglieder der Arbeitsgruppe zwar nach wie vor vom Gemeinderat gewählt würden, aber keine behördlichen Aufgaben mehr wahrzunehmen hätten.

Warum nicht kostenneutral?

Mit der Behandlung der Dienst- und Gehaltsordnung folgten schliesslich noch Bemerkungen zu Erhöhungen von Entschädigungen. Speziell im Fokus lagen dabei jene des Gemeinderates, die von rund 2250 auf 5000 Franken erhöht wurde. Er hätte sich grundsätzlich eine kostenneutrale Teilrevision gewünscht, meinte Christian Riesen aus der Versammlung. Daria Hof-Schwarzentruber hielt der Bemerkung entgegen, der Einsatz als Exekutivmitglied sei zeitraubend und die neue Entschädigung auch als eine Art Lohnersatz zu verstehen, der es erlaube, überhaupt erst ein solches Amt antreten zu können.

Damit war eigentlich alles gesagt. Anträge blieben aus. Gutgeheissen wurden im Übrigen auch Pensenaufstockungen im Schulbereich (Stufenleitung, Schulverwaltung, Musikschulleitung), für die ein Nachtragskredit von 39 000 Franken gesprochen wurde. Der beantragte Nachtragskredit über 13 000 Franken, der erhöhten Entschädigung für Gemeinderäte und der Sitzungsgelder im zweiten Halbjahr 2017 geschuldet, passierte ebenfalls grossmehrheitlich.