Kappel

Zwei Grossprojekte abgeschlossen — die Generation Chappu feiert

In Feierlaune (von links): Patrick Ritter, Arzu von Arb und Rainer Schmidlin vor den Schulhäusern Rundblick und Jurablick (rechts hinten).

In Feierlaune (von links): Patrick Ritter, Arzu von Arb und Rainer Schmidlin vor den Schulhäusern Rundblick und Jurablick (rechts hinten).

Das Dorf am Born jubiliert. Und zwar über den gelungenen Abschluss zweier Grossprojekte: den Schulhausneubau Rundblick und die Innensanierung des Schulhauses Jurablick in Kappel.

Generation Chappu – wenn das keine Affiche ist. Genau diese Generation, oder sagen wir besser, Chappus Generationen, feiern am 22. und 23. September die Einweihung ihrer beiden Schulhäuser Rundblick und Jurablick.

Letzteres ist zwar nicht neu, wurde aber für rund 3,5 Mio. Franken umgebaut. Der Rundblick, das allerneuste Schulhaus, im Spätherbst 2015 bezogen, schlägt übrigens mit rund 7,5 Mio. Franken zu Buche. Kostenpunkt der beiden Projekte: 11 Mio. Franken.

Im Grunde genommen eine Punktlandung? «Genau, wir sind im Hick», erklären Kappels Gemeindepräsident Rainer Schmidlin und Patrick Ritter, Mitglied der Seko, was so viel wie Schulhaus- und Erweiterungsbaukommission heisst. Dies war eigentlich schon bei der Aufrichtefeier im April zu erwarten gewesen.

Dort hatten Schmidlin und Ritter zwar noch davor gewarnt, nach dem positiven Zwischenstand im Frühling 2017 in Übermut zu verfallen. Von wegen: Kappel ist eisern, wenns um Franken und Rappen geht. Das beweisen die beiden Projekte.

Auch wenn der externe Bauherrenbegleiter Boris Szélpal einen gewichtigen Anteil am gelungenen Kostenmanagement hat. «Ohne ihn», so hatte Ritter schon im April gesagt, «wäre sicher im Laufe der Bauphase noch der eine oder andere Wunsch aufgetaucht und umgesetzt worden.» Natürlich mit entsprechender Kostenfolge. An dieser Vermutung hält Ritter übrigens bis in die Gegenwart fest.

Die Jüngsten im alten Schulhaus

Für jene, die es noch nicht wissen sollten: Im brandneuen Rundblick sind die älteren Primarschüler zu Hause, im innensanierten Jurablick die jüngeren. Der Grund dafür ist ebenso einfach wie einleuchtend.

Im Jurablick sind die Klassenzimmer etwas kleiner (knapp 67 m2), im Rundblick nimmt jedes über 75 m2 ein. «Es ist klar, dass grössere beziehungsweise ältere Schüler mehr Platz brauchen», sagt Schmidlin. Kleinere Zimmer, aber dafür ein Haus ausgestattet mit Lift, jetzt durchgehend begehbar, lichte Räume, Sitzungszimmer WC-Anlagen, WLAN-Verbindungen, gegen Erdbeben verstärkt und, und und.

Auch nicht zu unterschätzen: Es gibt sogar Raumreserven im Jurablick. «Mindestens eine Schulklasse liesse sich hier sicher noch unterbringen, ohne dass die andern enger zusammenrücken müssten», sagt Ritter. Das hatte Schmidlin denn auch schon im April gesagt: «Für die nächsten zwei, drei Jahrzehnte wird in Kappel kein neuer Schulraum notwendig sein.»

Und so gibts Grund zum Feiern. Ein sechsköpfiges Organisationskomitee unter dem Präsidium von Arzu von Arb hat die Grundlagen der Feier erarbeitet. Auf dem roten Platz wartet ein Festzelt für rund 700 Personen.

Dreh- und Angelpunkt aller Wochenendfestivitäten. «Natürlich sind auch andere Gäste willkommen, aber in erster Linie ist das Fest eines für Kappels Bevölkerung», sagt sie. Was die Affiche ja auch verrät: Generation Chappu eben. Die Idee, das Fest unter dieser Prämisse zu präsentieren, stammt übrigens vom OK-Mitglied Nicole Da Zanche.

Eine kleine Reminiszenz: Exakt vor 50 Jahren wurde das Schulhaus Jurablick eingeweiht. «Ein Fest, an welches sich noch viele Leute aus dem Dorf bis auf den heutigen Tag sehr gerne erinnern», sagt Arzu von Arb.

Damals hielten die Festivitäten zwei Wochenenden an, wurde mit einer Gäu-Postkutsche Werbung für den Anlass in der ganzen Region gemacht. Fotografisch alles gut dokumentiert. So war es relativ leicht, fürs aktuelle Fest eine Diashow im Schulhaus Rundblick bereitzustellen, welche Bilder des seinerzeitigen Anlasses zeigt.

Augenschmaus Umzug

Natürlich tragen auch Lehrer- und Schülerschaft zum Festereignis bei. Aus der Taufe gehoben wurde ein Umzug. Ab 13.30 Uhr führt er über Jura-, Dorf- und Schulhausstrasse auf den Festplatz.

Motto: «Öisi Schuel». Wer sich jetzt in den Werkräumen umsieht, kann allerlei Indizien entdecken, die Rückschlüsse auf einzelne der insgesamt 13 Umzugsnummern zulassen.

Verraten sei hier nur eines: Gesehen wurden schwarzfarbene Spitzhüte, die an Hexen und Zaubereien mahnen. «Der Umzug ist sicher einer der Höhepunkte», weiss Arzu von Arb. Ebenfalls zu einem Höhepunkt dürfte der samstägliche Unterhaltungsabend mit dem Kabarettisten Michael Elsener werden, der ab 21 Uhr ein «Chappu Special» gibt.

Ein Partyfreitag

Stehen offizielle Einweihungsakte und Umzüge für traditionelle Programmpunkte von Feierlichkeiten, so neigt das Freitagsprogramm der nonkonformen, aber dennoch – oder vielleicht gerade deswegen – lebensfrohen Seite zu. Festzelt, Festwirtschaft («halt eben Festzeltverpflegung», wie Arzu von Arb sagt) und der Auftritt einer Band, deren Name in Deutsch «Nimm dies» (Take This) zügig daherkommt, sind Programm.

«Dank der Hilfe der Vereine, dem Team der Einwohnergemeinde und den Lehrkräften samt Schülerschaft ist der zweitägige Anlass überhaupt erst möglich geworden», meint Arzu von Arb. Es sei klar gewesen, dass die Feierlichkeiten zu solchen für alle Generationen des Dorfes werden würden. In aller Kürze: für die Generation Chappu.

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