Olten
Zuschauer reisten in die Tiefen des Meeres zu den Meerjungfrauen

«Theater mit Horizont» aus Wien sorgte im Stadttheater mit dem Stück «Die kleine Meerjungfrau» für zauberhafte Stimmung. Das Kindermusical verzauberte voller Poesie und innerer Schönheit.

Madeleine Schüpfer
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Farbenfrohe Kostüme und Bühnenbilder verzauberten das Publikum.

Farbenfrohe Kostüme und Bühnenbilder verzauberten das Publikum.

Markus Müller

«Die kleine Meerjungfrau» nach dem Märchen von Hans Christian Andersen bekam durch die gelungene Inszenierung durch das «Theater mit Horizont» aus Wien einen besonderen Zauber und begeisterte das Publikum.

Mit diesem Kindermusical erlebte man auch vom Gesanglichen her wunderschöne, märchenhafte Momente und erfreute sich an den beiden bildhübschen Meerjungfrauen, gesanglich und schauspielerisch grossartig interpretiert, wobei Alixa Kalasz als kleine Meerjungfrau besonders gefiel. Die einprägsame Musik und Buch kreierten Clemens Handler und Gernot Kogler, Clemens Handler führte auch geschickt Regie, sodass viel Fluss in den Ablauf des Musicals kam.

Kostüme eine Augenweide

Die boshafte Meerhexe spielte differenziert und amüsant Alexandra Tenta. Aber auch die anderen Schaupieler und Schauspielerinnen – als amüsanter und abenteuerlich gekleideter Kugelfisch, als majestätischer König, als Kapitän des untergegangenen Schiffes, als Steuermann und Prinz ( Nikolaus Stich), einzelne auch in Doppelrollen –, begeisterten durch ihre gesanglichen und schauspielerischen Auftritte. Theater mit Horizont besitzt ein grosses junges Schauspielteam, das immer wieder wechselt und andere Rollen übernimmt, ungemein flexibel ist und sich auf Kindermusicals und Kindermärchen versteht. Es reist durch ganz Europa und ist in Sachen Kindervorstellungen zu einem Begriff geworden.

So sorgte auch am Samstagnachmittag im Stadttheater Olten dieses fünfköpfige Theaterteam für viel zauberhafte Stimmung in fantastischen Kostümen, die in der Tat zu einer Augenweide wurden. Ein Wurf war das Bühnenbild mit dem durchsichtigen kornblumenblauen Meeresvorhang, den subtilen Lichtspielen und den Bewegungen, die das Wasser, die Bläue des Meeres hautnah darlegten.

Stumm bei den Menschen

Die kleine Meerjungfrau, die sich in einen Menschen verliebte, in einen Prinzen, den sie vom sinkenden Schiff rettete, hatte Pech: Die Meereshexe wollte ihre schöne Stimme, nur dann würde diese sie in einen Menschen verwandeln und nur dann könne sie auf die Erde zu ihrem Prinzen gehen. Die kleine Meerjungfrau war bereit für den bösen Deal, die Hexe bekam ihre schöne Stimme, und sie landete stumm auf der Erde bei den Menschen.

Erst als die Hexe sich als attraktive Frau an den Prinzen heranmachte, erkannte sie ihre Situation, sie konnte sich ihm nicht bemerkbar machen, sie hatte keine Stimme mehr! Der schlaue Kugelfisch machte dem bösen Treiben ein Ende und gab ihr die kleine Halskette, die der Prinz ihr nach seiner Rettung geschenkt hatte. So erkannte der Prinz, wer die echte Meerjungfrau war, seine Retterin, sie bekam ihre Stimme wieder zurück, und die Hexe verschwand in den dunklen Strömungen des Meeres. Aber auch die kleine Meerjungfrau mit Stimme musste wieder in die blaue Tiefe tauchen, doch zum Trost kam sie jeden Tag an die Wasseroberfläche und besuchte den Prinzen.

Nicht alle Liebesgeschichten haben ein einfaches Ende, manchmal bleibt die Liebe im Raume stehen, ohne Kuss, aber dennoch lebendig, weil schon Andersen wusste, dass nicht alle schönen Versprechen eingelöst werden müssen. Die, welche im Raume stehen bleiben, überdauern oft Zeit und Raum. Es war dies ein Märchen voller Poesie und innerer Schönheit und für das Auge ein fantastisches Unterfangen.

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