Es muss meines Wissens im Februar gewesen sein: Damals drang letztmals ins Bewusstsein der hiesigen Bevölkerung, dass weder Olten noch seine Region eine Insel der Glückseligen ist. Nach Nizza und Berlin, als Lastwagen und ihre Lenker in terroristischer Absicht in Menschenmengen rasten und ein Blutbad anrichteten, änderte sich nämlich das Setting von grossen Publikumsanlässen überall.

Und seither ist auch in Olten nichts mehr wie früher. An der Fasnacht fielen die quer zur Fahrbahn positionierten Busse der BOGG auf, die, anstatt während des sonntäglichen Fasnachtsumzugs im Depot zu warten, als Barrikaden gegen mögliche Übergriffe wirkten. An der Oltner 1.-August-Feier war die Zufahrt zum Festgelände ebenfalls mit Betonblöcken verbarrikadiert. Und jetzt gilt dasselbe auch für die Chilbi 2017. Vor 50 Jahren gaben sich vielleicht mal ein paar Halbstarke an der Chilbi auf den Grind. Aber heute? Ach, man weiss ja nie.

Ich ärgere mich. Nicht weil mich Betonblöcke gegen unbelehrbare und fehlgelenkte Fanatiker, die auch schon mal Betonköpfe geheissen werden, schützen müssen. Die querstehenden Busse im Februar empfand ich damals noch als wohltuend beruhigend, aber doch irritierend. Den Hinweis am 1. August, die Zufahrt sei mit Betonblöcken abgesichert, nahm ich mit einem leisen Achselzucken zur Kenntnis. Und dass die Chilbi jetzt auch gesichert wird: Na ja, es wird wohl so sein müssen.

Ich ärgere mich, weil ich mich an dieses Phänomen zu gewöhnen scheine. Und ich war doch felsenfest davon überzeugt, dass mich Betonblöcke nie vor Betonköpfen schützen müssten.

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