Kommentar
Zur 1.-August-Feier in Olten: «Es wär so schön gewesen…»

Es wär so schön gewesen, neben zwei Bahnhöfen, zwei Marktplätzen, zwei Markttagen und zwei Stadtseiten nur eine 1.-August-Feier in Olten angesiedelt zu wissen.

Urs Huber
Urs Huber
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Verkörpern «Konzerte am Turm»: von links Andreas Stettler, Rita Ledermann, Nicole Trotter, Wolfgang Niklaus, Marcel Alberny, Klaus Kaiser und Christoph Rast.

Verkörpern «Konzerte am Turm»: von links Andreas Stettler, Rita Ledermann, Nicole Trotter, Wolfgang Niklaus, Marcel Alberny, Klaus Kaiser und Christoph Rast.

BRUNO KISSLING

Es wär so schön gewesen, hätte man sich einbilden können, an wenigstens einem Tag im Jahr nur eine Veranstaltung für Oltnerinnen und Oltner zu kennen, bei der man dabei ist oder eben nicht. Schon fast idyllisch, der Gedanke, halt nicht im individuellen Sinn.

Solche Idylle hat keinen Bestand. Seit die Gruppe «Konzerte am Turm» bekannt gegeben hat, dass sie ebenfalls eine Feier unter der Prämisse «bodäständig» ansetzt, und dafür noch eine patriotische Rede zu organisieren bereit sei, ist sie futsch. Die gesellschaftliche Segmentierung im städtischen Mikrokosmos ist wieder mal zementiert. Klar, nicht dramatisch, aber vielleicht wäre dies im Austausch mit der Stadt zu vermeiden gewesen. Tröstlich: Spätestens beim Blick nach oben zum Feuerwerkshimmel werden sich die Festbesucher dann wieder gleichen.

Das offizielle Olten hält kein Monopol auf die Durchführung einer Bundesfeier; bei Gott nicht. Aber seit die Kirchgasse als Festplatz auserkoren wurde, die Stadt sich von der Tradition des Klosterplatzes als Austragungsort verabschiedete, hat sie sich bemüht. Bemüht darum, für möglichst viele ein Angebot zu schaffen, mit dem Jugendkaffi und dessen Helfenden als Gastropartner zu kooperieren. Was pflegen Festrednerinnen und -redner jeweils zu sagen: «Wir wollen an einem Strick ziehen.» Unbeantwortet dagegen bleibt immer die Frage: Und wer bestimmt die Richtung?