Olten

Zum siebten Mal Weihnachten für alle: Niemand soll allein feiern müssen

Der Einladung der Kirchgemeinde Olten/Starrkirch-Wil zu einem gemeinschaftlichen Weihnachtsessen folgten auch dieses Jahr zahlreiche Leute.

Der Einladung der Kirchgemeinde Olten/Starrkirch-Wil zu einem gemeinschaftlichen Weihnachtsessen folgten auch dieses Jahr zahlreiche Leute.

Im Josefsaal der St. Martinskirche fand zum siebten Mal Weihnachten für alle statt.

Für manche der Anwesenden war es das erste Mal, dass sie Weihnachten nicht zu Hause feierten. Aber sie bereuten es nicht, an diesem Heiligabend in den Josefsaal der St. Martinskirche gekommen zu sein. Bereits zum siebten Mal fand hier eine Weihnachtsfeier statt, zu der jeder und jede eingeladen war. Niemand, der nicht wollte, sollte den Heiligabend alleine vor dem Fernseher verbringen müssen.

Rund 40 Personen hatten diese Einladung dankend angenommen. Zumeist ältere Leute setzten sich an die liebevoll geschmückten Tische. Manche von ihnen waren allein, andere mit dem Partner oder der Partnerin gekommen. Und auch jüngere Paare und Familien waren unter dem Feiernden.

Organisiert hat das Fest wie in den vergangenen Jahren der Oltner Werner Good. Er engagiere sich auch sonst in der Kirchgemeinde Olten/Starrkirch-Wil, meinte er, aber initiiert habe er die gemeinsame Weihnachtsfeier vor sieben Jahren auf Anregung seiner Tochter. Eine solche gemeinsame Feier an Heiligabend habe es in der Kirchgemeinde auch früher schon gegeben, allerdings hätten zeitweilig die Leute gefehlt, die den Anlass organisieren wollten.

Denn dieser werde, wie Good erklärte, ausschliesslich mit der Hilfe von Freiwilligen durchgeführt. Die rund 1300 Franken, die das Weihnachtsmahl kostet, übernehme die Kirchgemeinde. Das Servicepersonal sowie die Köchin stelle der Verein Kolpingfamilie Olten. Und auch Regula Baumgartner, SP-Politiker Daniel Schneider und deren beide Töchter halfen schon zum zweiten Mal mit. Weihnachten feierten sie mit der Familie am 25. Dezember, wie Baumgartner meinte. Ihre 13-jährige Tochter Anna sagte: «Ich helfe gerne mit.»

Claudia Bruno aus Hägendorf war mit ihrer Mutter zum ersten Mal dabei. «Ich wollte meine Mutter nicht alleine lassen an Weihnachten», sagte die 41-Jährige. Ihre 72-jährige Mutter Theresia Trösch, die bereits im vergangenen Jahr Weihnachten auf diese Art feierte, hatte auch eine Freundin überredet, mitzukommen. Sie schätze das Gemeinschaftliche der Feier, sagte sie. «Das hat mir schon letztes Jahr sehr gefallen.»

Den Auftakt des Abends machte ein vierköpfiges Ensemble, das weihnachtliche Lieder spielte. Besinnlich wurde es, als Good die Geschichte von Kalebs Esel vorlas. Und «O du fröhliche» und «Stille Nacht» sangen alle Gäste inbrünstig mit.

Keine Randständigen-Feier

«Schön und harmonisch» fanden Paula und Pedro Rodriguez das gemeinschaftliche Erlebnis, und ihre beiden Töchter Fabiana und Mari liessen es sich schmecken. «Wir sind gekommen, weil wir hier keine Angehörigen haben», meinten die Spanierin und der Brasilianer, die auch den katholischen Rahmen schätzten.

Sie sei «fast von Anfang an» dabei, meinte die 83-jährige Lisbeth Spielmann aus Olten, die mit einem befreundeten Ehepaar am Tisch sass. Alles sei nämlich «wow» hier, die Dekoration auf den Tischen, das Essen, der Christbaum, die Atmosphäre. Nur beim ersten Mal vor sieben Jahren habe sie nicht teilgenommen, da sei das Weihnachtsessen «für Randständige» ausgeschrieben gewesen. Das sei ganz klar ein Fehler gewesen, meint Organisator Werner Good lachend. Damals hätten sich gerade einmal vier Leute hergetraut.

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