Im Herbst 1912 schlossen sich fünf Oltner Hobbyfischer zu einem Initiativkomitee zusammen und riefen den Fischereiverein Olten und Umgebung (FVO) ins Leben. An der Gründungsversammlung, die am 5. Oktober desselben Jahrs im Rathskeller stattfand, nahmen bereits 27 Jünger Petri teil.

Ihre Motivation war, «es möchte in Olten zur Hebung der Fischerei etwas getan werden», wie es im ersten Jahresbericht heisst. Ende 1913 zählte der FVO bereits über achtzig Mitglieder.

Der Oltner Fischereiverein hat seine inzwischen mehr als 100-jährige Geschichte durch ein Autorenteam aufarbeiten lassen. Das Resultat liegt nun in einer farbigen, schön gestalteten Broschüre von 72 Seiten vor.

Die Jubiläumsschrift wurde am Sonntag im Rahmen einer kleinen Feier in der Fischzuchtanlage Trimbach der Öffentlichkeit vorgestellt.

Äusserer Anlass für die Vereinsgründung war die Versteigerung der Fischereirechte in der Aare, welche im Jahre 1913 anstand. Seit 1893 verpachtete der Kanton Solothurn seine öffentlichen Gewässer auf jeweils zehn Jahre.

Er unterteilte dabei die Aare in einzelne Abschnitte (Fischenzen). Als Pächter traten damals Einzelpersonen oder kleine Gruppen auf, welche die Fischerei auch mit Netzen betrieben.

Parallel zu den menschlichen Eingriffen in die Aarelandschaft – Bau des Elektrizitätswerks Gösgen, Umleitung der Aare in einen Kanal, Verbauung der Ufer – verlor der Fischerberuf jedoch allmählich an Bedeutung; mehr und mehr trat das Fischen zur Erholung und zu sportlichem Zweck in den Vordergrund.

Die Pacht der Aarefischenzen erwies sich schwieriger als erwartet. In den Vorgaben des Kantons war nämlich nicht vorgesehen, dass Gruppen von mehr als vier Personen einen Aareabschnitt übernehmen konnten.

Deshalb musste der Regierungsrat die Verordnung derart ändern, dass auch Vereine als Pächter auftreten konnten. Für die Gant am 26. April 1913 reichte dies zeitlich allerdings nicht mehr. Zwar gelang es, die vier Fischereirechte in der Aare von Fulenbach bis Obergösgen zum Jahreszins von 716 Franken zu ersteigern.

Die Pacht-Urkunden wurden aber noch auf die Namen des Präsidenten Arthur Müller als Privatperson ausgestellt und erst am 6. Juni desselben Jahres auf den FV Olten übertragen.

Hauptaufgabe Besatz

Die Fischbestände hatten unter anderem durch die Flussverbauungen abgenommen. Der neue Fischereiverein setzte sich deshalb für die Hebung der Fischerei ein. Vorerst fingen Vereinsmitglieder Elterntiere in der Aare, streiften sie und zogen aus den Eiern Jungfische heran.

In den Anfängen konnte der FV Olten dazu die private Fischaufzuchtanlage des damaligen Rathskeller-Wirts Werner Lang-Bürgi benutzen. Zusätzlich bezog der Oltner Fischereiverein auch Setzlinge aus Zuchtanlagen in Liestal oder Augst, in einem Jahr sogar kleine Flussforellen aus dem Südtirol.

Ein Meilenstein in der Geschichte des FV Olten stellte der Bau einer eigenen Fischzucht dar. Von der Gemeinde Trimbach konnte der Verein 1966 die Eisweihermatte übernehmen und zwei Jahre später mit einer Blockhütte erweitern.

1972 wurde die Fischzuchtanlage zum jetzigen Standard ausgebaut. Bis heute stellt der Besatz der Fischereigewässer mit Jungfischen die wichtigste Aufgabe des FV Olten dar.

In der Jubiläumsschrift wird die Vereinsgeschichte teils in einzelnen thematischen Kapiteln ausführlicher behandelt, teils in einer Tabelle mit den wichtigsten Ereignissen in der Chronik summarisch aufgelistet. Ergänzt wird der Rückblick in die Vergangenheit durch Interviews mit langjährigen Vereinsmitgliedern.

Die Jubiläumsschrift kann bezogen werden beim Präsidenten des Fischereivereins Olten und Umgebung, Michael Haberstich, Oftringen, E-Mail info@fvolten.ch Preis Fr. 49.– oder zusammen mit Gönnermitgliedschaft Fr. 79.–