Hägendorf
Zuerst zurückgehalten: Jetzt ist der Bericht zur Schulevaluation öffentlich

Der öffentliche Druck hat Wirkung gezeigt: Ab sofort ist der Bericht über die externe Evaluation der Primarschule Hägendorf öffentlich.

Beat Nützi
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Viel Papier: Der externe Schulevaluationsbericht mit allen Grundlagen für die Primarschule Hägendorf.

Viel Papier: Der externe Schulevaluationsbericht mit allen Grundlagen für die Primarschule Hägendorf.

Bruno Kissling

Ein externer Schulevaluationsbericht (ESE) mit all seinen Grundlagenpapieren ist ein rechter Haufen Papier. Auch jener über die Primarschule Hägendorf, der nach den Turbulenzen der letzten Tage jetzt auf der Gemeindehomepage aufgeschaltet ist.

Wer die verschiedenen Papiere aufmerksam konsultiert, kann rasch erfassen, wo der Hund begraben liegt: Im Bereich der Schulführung, speziell in pädagogischer Hinsicht.

Schwere Vorwürfe

So steht etwa im ESE-Bericht geschrieben: «Die Aufgaben und Zuständigkeiten der Schulführungsmitglieder (und der Schulverwaltung» sind zum Teil ungeklärt.»

Insgesamt herrsche im Kollegium darüber wenig Klarheit. Und zur pädagogischen Führung des Kernprozesses heisst es: «Die Schulleitung überlässt die Festlegung der Qualitätsanforderungen an den Unterricht praktisch den Lehrpersonen, kommuniziert ihre Vorstellungen dazu nicht und greift nicht ins Unterrichtsgeschehen ein.»

Zudem fehlten schulweite bzw. stufenbezogene Absprachen und Vereinbarungen über die kritischen Aspekte der Unterrichtsarbeit (Disziplin, Klassenführung, Prüfungswesen, Umgang mit schwierigen Schülerinnen und Schülern usw.). Auch gebe es keine nennenswerte Unterrichtsentwicklungsaktivitäten. Institutionelle Massnahmen zur Initiierung und Unterstützung der Unterrichtsentwicklung fehlten.

Wieso keine rote Ampel?

Im ESE-Bericht steht auch klar, wieso die Primarschule Hägendorf im Bereich Schulführung keine rote Ampel verpasst bekam. Anlässlich der Validierungssitzung habe sich gezeigt, dass die Führungsverantwortlichen der Schule Hägendorf die rote Ampel hier infrage stellten und eine Beschwerde gegen die Ampelsetzung beim Volksschulamt in Betracht zögen.

Primarschule Hägendorf in Kürze

Die Primarschule Hägendorf zählt rund 430 Schülerinnen und Schüler, die von 55 Lehrpersonen mit unterschiedlichen Pensengrössen unterrichtet werden. Die Schule gilt mit der Zertifizierung im Jahr 2010 als «Geleitete Schule im Normalbetrieb». Die strategische Führung der Schule liegt im Gemeinderat, der die kommunale Aufsichtsbehörde der Schule Hägendorf bildet.

Ein Ressourcenverantwortlicher Bildung ist zuständig für die Belange der Schule. Das Pensum für die Schulleitung beträgt 100 Prozent, jenes für die Co-Schulleitung 30 Prozent. Unterstützt wird die Schulleitung von einer Schulverwaltung mit 90 Prozent.

Weil der vom Volksschulamt vorgesehene Beschwerdeweg juristisch nicht durchführbar gewesen sei, habe die Gemeinde ihre Vorbehalte gegenüber dem abgegebenen Evaluationsbericht nicht rechtswirksam vorbringen können.

Aus diesem Grund habe man – in Absprache mit dem Volksschulamt – entschieden, die Ampel nicht wie im abgegebenen Evaluationsbericht vom Juni 2015 auf Rot, sondern auf Grau zu stellen. Doch inhaltlich und hinsichtlich der vorgesehenen Massnahmen sei nichts geändert worden.

Zwei gelbe Ampeln

Auch zwei weitere Bereiche sieht das Evaluationsteam nicht im grünen Bereich. So gab es eine gelbe Ampel, weil das Betriebsklima (Arbeitsklima für Lehrpersonen) gefährdet sei. Die Situation müsse von den zuständigen Personen sorgfältig im Auge behalten werden. Ebenfalls beim Qualitätsmanagement steht die Ampel auf Gelb.

Begründung: Zum Zeitpunkt des Evaluationsbesuches habe die Primarschule Hägendorf die minimalen Kriterien an das Qualitätsmanagement nur teilweise erfüllt. Insbesondere in den Bereichen Personalführung und Steuerung des Qualitätsmanagements habe man Defizite festgestellt.