Olten

«Zuerst Überblick verschaffen»: Nach Bundesrats-Entscheid herrscht bei den Vereinen noch Unklarheit

Vorerst sind Turnhallen und Trainingsplätze für Vereine noch nicht geöffnet (im Bild die Frauen des HV Olten bei einem Meisterschaftsspiel).

Vorerst sind Turnhallen und Trainingsplätze für Vereine noch nicht geöffnet (im Bild die Frauen des HV Olten bei einem Meisterschaftsspiel).

Trotz positiven Signalen und Lockerungen des Bundesrats: Viele Oltner Vereine wissen noch nicht, wann es für sie wieder losgeht.

Für Kaspar Riediker, Leiter Medien beim Turnverein Olten, gibt es nach den vom Mittwoch angekündigten Lockerungen des Bundesrats noch viele Fragen: «Wir müssen uns jetzt zuerst einen Überblick verschaffen.» Unklar ist, welche Riegen in welchen Hallen trainieren können. Auf Anfrage sagt Riediker: «Einige Sportarten, die im Freien stattfinden, können ihre Trainings ab dem 6. Juni wieder aufnehmen.» Zum Beispiel die Männerriege, welche traditionell mittwochs einen Wandernachmittag veranstaltet. Und auch die Mountainbikegruppe plant für den Sonntag ihren ersten Ausflug.

Riediker verweist auf die geplante Vorstandssitzung vom 9. Juni. Dann liegen mehr Erkenntnisse vor, um entsprechende Entscheide zu fällen. Fraglich sei, ob dieses Jahr überhaupt eine Generalversammlung stattfindet. Diese ist auf unbestimmte Zeit verschoben. Im Hinblick auf die vielen geselligen Anlässe, die der Turnverein über das Jahr hinweg organisiert, bestehen auch noch Fragen. Auch wenn jetzt wieder grössere Gruppen erlaubt sind, bleibt abzuklären, wie mit älteren Menschen umzugehen ist, die zur Risikogruppe gehören. «Hier möchten wir wissen, ob es weitere Schutzkonzepte braucht, oder ob wir auf die Eigenverantwortung der Teilnehmer appellieren sollen», sagt Riediker.

Unklar wer wann wo üben kann

Ähnliche Worte findet Co-Präsident Sandro Romeo vom Handball-Verein Olten: «Wir freuen uns darüber, dass es bald wieder losgeht.» Eine Planung sei aber noch nicht möglich. Dazu brauche es Entscheide der Stadt. Welche Teams in welchen Hallen ab wann trainieren können, ist noch unklar. Schutzkonzepte zur Umsetzung ab dem 8. Juni werden derzeit ausgearbeitet. Beim Handball-Verein sind rund 20 Teams betroffen.

Auch für musikalische Vereine steht noch nicht fest, wie es weitergeht. Ursula Tschan von der Stadtmusik Olten erklärt: «Wir warten jetzt die Verordnungen vom Schweizerischen Blasmusikverband ab.» Doch sie hofft, dass zumindest kleine Gruppen bald wieder zusammen musizieren dürfen. Weil beim Spielen zum Teil stark in die Instrumente geblasen wird, brauche es Klarheit vom Verband. Für die 35 Musizierenden sei das Üben aber auch in kleinen Gruppen und mit Abstand möglich. Offene Frage ist auch hier: Ab wann sind die Probelokale wieder zur Nutzung freigegeben? Tschan rechnet mit ersten Proben frühestens am dem 10. Juni: «Wir möchten spielen und freuen uns darauf.»

Üben und Spielen soll auch an der Schauspielschule Olten ab dem 8. Juni wieder möglich sein. Michael Graber von der Geschäftsleitung sagt: «Unsere grösste Gruppe besteht aktuell aus acht Personen.» Abgebrochene Produktionen werden wieder aufgenommen, Ersatzdaten werden gesucht. «Nach der Auswertung einer zusätzlich geplanten Intensivwoche im Juli wissen wir, ob unsere Lernziele erreicht wurden.»

Stadt Olten will nächste Woche informieren

Jan Rechsteiner, Leiter Dienste bei der Stadt Olten, erreichen derzeit viele Anfragen. Er sagt: «Wir können noch keine definitive Antworten geben. Es liegt jetzt beim Kanton und beim Volksschulamt, entsprechende Entscheide zu fällen.» Man stehe im Kontakt mit Swiss Olympics und anderen Verbänden. Ob und welche Schutzkonzepte von den Nutzern der Anlagen gefordert werden, wird abgeklärt. «Ich denke, dass wir erste Entscheide im Verlauf der nächsten Woche kommunizieren können.» Diese würden dann den Vereinspräsidenten mitgeteilt.

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